Tektronix, Keithley und Danaher: Gemeinsam auf Wachstumskurs Neue Produkte bestätigen Innovationskurs - Tektronix meldet sich zurück

Emanuela Speranza, Tektronix: »Wir gehen aggressiv an den Markt heran, mit neuen Produkten, neuen Akquisitionen und indem wir tun, was wir sagen. Ohne Kompromiss.«
Emanuela Speranza, Tektronix: »Wir gehen aggressiv an den Markt heran, mit neuen Produkten, neuen Akquisitionen und indem wir tun, was wir sagen. Ohne Kompromiss.«

Tektronix ist seit vielen Jahren einer der Key Player im hart umkämpften Oszilloskop- und Kommunikationsmesstechnik-Markt. Seit der Eingliederung in den Danaher-Konzern im Herbst 2007 hat das Unternehmen einige Veränderungen durchgemacht, die sich jetzt massiv auszahlen sollen. Markt&Technik sprach mit Emanuela Speranza, EMEA Commercial Vice President von Tektronix darüber, was sich seitdem getan hat und welche Pläne Tektronix für die Zukunft hat.

Markt&Technik: Als Tektronix von Danaher übernommen wurde, gab es viele kritische Stimmen. Welches waren die gravierendsten Neuerungen und wie sind sie aufgenommen worden?

Emanuela Speranza: Danaher ist ein Konzern, der ein sehr solides und durchdachtes Geschäftskonzept verfolgt. Dazu gehören unter anderem langfristige Planungen: von drei Jahren für Produkte und fünf Jahren für Komponenten bis hin zur Zehn-Jahres-Technologie-Roadmap. Es wird natürlich ständig kontrolliert, ob das, was festgelegt wurde, auch wirklich noch stimmt. Gegebenenfalls werden die Planungen entsprechend angepasst. Eine weitere Neuheit für uns war das Danaher Business System, kurz DBS. Es ist ein Management- und Reporting-Tool, das uns sehr geholfen hat, unsere Abläufe wesentlich effizienter und strukturierter zu gestalten. Vieles war neu für uns, aber in Summe hat uns das alles deutlich nach vorne gebracht. Tektronix war zuvor moderat gewachsen. Erst seit der Eingliederung in den Danaher-Konzern gab es wieder ein gesundes Wachstum.

Sie wachsen in einem extrem hart umkämpften Markt. Wie differenzieren Sie sich vom Mitbewerb?

Da gibt es zwei Wege. Beide laufen auf Expansion hinaus. Zum einen bauen wir unseren Kunden-Support kontinuierlich aus, indem wir neue Funktionen implementieren, die es so bislang noch nicht gab. Denken Sie dabei nur an unseren Service in Köln, der als zentraler Hub für Europa gilt und in dem mittlerweile auch Fluke-Geräte kalibriert werden. Ferner haben wir das Center of Excellence - kurz CoE - ins Leben gerufen. Hier sitzen enthusiastische und kompetente Ingenieure im Labor und unterstützen die Kunden europaweit telefonisch - auch in den Haupt-Landessprachen - bei ihren Problemen und Fragen. Dabei haben sie direkten Zugriff auf eine Vielzahl unterschiedlicher Geräte. Wir investieren in das Training unserer Mitarbeiter. Das sind wir unseren Kunden einfach schuldig. Und das ist sicher auch eines der wesentlichen Unterscheidungsmerkmale zu unseren Mitbewerbern.

Darüber hinaus erweitern wir kontinuierlich unser Produktportfolio. Das geschieht entweder durch organische Produktentwicklung oder durch entsprechende Akquisitionen. Hier hat sich in den vergangenen zwölf bis 18 Monaten viel getan, wie z.B. die kürzlich vorgestellten Mixed-Domain-Oszillos-kope - die weltweit ersten Messgeräte für zeitkorrelierte analoge, digitale und HF-Signale.

Wir haben auch noch eine ganze Menge Pläne, über die ich aber leider noch nicht sprechen kann. Danaher unterstützt uns dabei in jeder Weise - nicht nur hinsichtlich der Pläne, sondern auch bei der Ausführung. Diese Kombination ist optimal und einmalig.

Das meiste Aufsehen hat die Akquisition von Keithley erregt. Aber so ganz durchsichtig ist es nach außen noch nicht, wie Keithley unter Danaher und Tektronix agiert. Können Sie das bitte nochmal kurz verdeutlichen?

Das ist schnell erklärt: Keithley ist immer noch ein eigenständiges Unternehmen innerhalb der Firma Tektronix, und gemeinsam agieren wir unter dem Danaher-Dach. Keithley ist und bleibt autonom, aber im Konzern-Verbund teilt man nun seine Ideen und Erfahrungen und befruchtet sich gegenseitig.

Dies entspricht auch wieder der Danaher-Philosophie: Eigenständige Firmen unter einem Konzerndach zusammenfassen, damit sich die Produkte und Kompetenzen ergänzen, die Unternehmen aber auch von einheitlichen Abläufen und Systemen wie dem DBS profitieren können. Letztendlich gewinnt dabei jeder: Die einzelnen Firmen, weil sie deutlich produktiver werden, aber auch die Kunden, die von den Synergieeffekten profitieren.

Hat der Zusammenschluss Auswirkungen auf die Keithley-Standorte in Deutschland? Immerhin ist ja bereits der Fluke-Service nach Köln umgezogen.

Keithley hat seine Service- und Supportabteilungen derzeit in Germering bei München implementiert. Was die Zukunft bringt, muss sich zeigen. Wir denken natürlich immer darüber nach, was man besser machen kann und wo man Synergien nutzen kann. Aber Sie können fest davon ausgehen, dass man im Vorfeld sehr genau analysieren wird, welche Vor- und Nachteile die Standortfrage mit sich bringt.

Wie hat sich der Umsatz von Keithley entwickelt, seit das Unternehmen zu Tektronix gehört?

Als Töchter im Danaher-Konzern können wir leider keine konkreten Zahlen zu den einzelnen Unternehmen heraus geben. Aber ich kann sagen, dass sich das Keithley-Geschäft durch ein starkes Wachstum auszeichnet. Das resultiert unter anderem daraus, dass sich das Team nun viel besser auf den kommerziellen Bereich konzentrieren kann. Mit Danaher, Tektronix und dem DBS-System hat Keithley eine Unterstützung bekommen, die es vorher so nicht hatte.

Sind weitere Partnerschaften geplant?

Nun, in bester Danaher-Tradition ist der Konzern natürlich immer offen für Verstärkung von außen, wenn das betreffende Unternehmen in das Gesamtkonzept passt. Zukäufe sind immer dann interessant, wenn wir damit Zutritt in einen für uns neuen Markt erlangen, oder - wie bei Optametra - sie unser eigenes Portfolio perfekt ergänzen. Letztendlich hat Danaher seinerzeit Tektronix ja auch in erster Linie gekauft, um Zutritt in ein Marktsegment zu erlangen, in dem man bisher noch nicht präsent war, und um das Portfolio der anderen Danaher-Messtechnikhersteller zu ergänzen. Generell steht bei solchen Überlegungen aber immer die Frage im Vordergrund »Wie können wir unsere Langzeit-Strategien erreichen?«

Geht die Initiative bei der Wahl möglicher Akquisitionen von Danaher aus?

Nein, ganz im Gegenteil, diese Prozesse laufen nach dem Bottom-up-Prinzip: Danaher erwartet von uns, dass wir dem so genannten »Danaher Acquisition Team« Vorschläge machen und den Weg aufzeigen. Danaher prüft diese Vorschläge und stellt dann die nötigen Mittel und Tools bereit, aber die Initiative muss von uns kommen.

Traditionell ist Köln der Standort der deutschen Tektronix-Niederlassung. Wird das Unternehmen daran festhalten?

Definitiv ja. Wir haben die Kapazitäten am Standort Köln ja sogar ausgebaut. Ich erwähnte bereits das Center of Excellence, darüber hinaus haben wir auch den europaweiten Demopool in Köln angesiedelt. Und in Sachen Service haben wir die Kompetenzen für Tektronix- und Fluke-Geräte ebenfalls dort gebündelt. Daran werden wir festhalten.

Welche Pläne verfolgen Sie hinsichtlich der Vertriebsstrategie?

Das ist eine immer währende Überlegung. Wichtig ist, dass wir weiterhin in unsere Präsenz beim Kunden investieren, wir brauchen einfach das direkte Gesicht zum Kunden. Dabei ist es aber ganz wichtig, eine gute Balance zu halten. Unsere Vertriebsingenieure müssen beim Kunden vor Ort sein. Sie sind die Repräsentanten des Unternehmens, die Botschafter unserer Produkte.
Auf der anderen Seite geben uns die Distributionspartner die geografische Abdeckung, die extrem wichtig ist, und die wir mit unserem eigenen Team so nicht erreichen können. Wir setzen auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Direct Sales und Distributoren. Im Grunde läuft es aber darauf hinaus, dass der Kunde dort kauft, wo es für ihn am einfachsten ist.

Wo sehen Sie das Unternehmen in fünf Jahren?

Unsere Langzeitvision ist es, weiterhin die Marktführerschaft im Bereich Oszilloskope auszubauen. Das erfordert massive Investitionen in unsere Marke, unsere Produkte, unseren Service und in unseren Support. Erreichen können wir das entweder durch organisches Wachstum oder durch entsprechende Akquisitionen. Oder durch beides. Wir gehen aggressiv an den Markt heran, mit neuen Produkten, neuen Akquisitionen und indem wir tun, was wir sagen. Ohne Kompromiss. Unsere Mitbewerber müssen Acht geben, denn Tektronix‘ Innovationskraft ist stark - wie bestätigt bei der Einführung des weltweit ersten Mixed-Domain-Oszilloskops MDO4000 sowie des kürzlich eingeführten 33-GHz-Oszilloskops DPO/DSA70000D mit der branchenweit höchsten Messgenauigkeit. Ich sage Ihnen: Tektronix ist definitiv auf Innovationskurs.