Knapp sechs Monate nach der Umbenennung stehen die Zeichen deutlich auf Wachstum »Nennen Sie uns doch einfach TE«

Eric Küppers, TE Connectivity: »Unsere Ziele werden wir ehrgeizig verfolgen und dort, wo wir noch nicht Marktführer sind, werden wir unsere Aktivitäten aggressiv vorantreiben.«
Eric Küppers, TE Connectivity: »Unsere Ziele werden wir ehrgeizig verfolgen und dort, wo wir noch nicht Marktführer sind, werden wir unsere Aktivitäten aggressiv vorantreiben.«

Im März 2011 hat sich Tyco Electronics in TE Connectivity umbenannt. Wir sprachen mit Eric Küppers, Senior Vice President Global Automotive Division - EMEA von TE über die Hintergründe, die zu der Umbenennung geführt haben und über die ehrgeizigen Ziele des Unternehmens in der Automotive-Sensor-Sparte.

Markt&Technik: Herr Küppers, lassen Sie uns zunächst über die Umbenennung von Tyco Electronics in TE Connectivity sprechen. Welche Gründe haben dazu geführt?

Eric Küppers: In unserem neuen Markennamen TE Connectivity spiegeln sich unser Produktportfolio und auch unsere Zukunftsausrichtung deutlich besser wider, als im »alten« Namen. Sehen Sie, wir sind Hersteller passiver Komponenten und haben nur wenig mit aktiver Elektronik zu tun - was unser bisheriger Firmenname vielleicht implizieren könnte. Daher haben wir uns für den Markennamen TE Connectivity entschieden. TE steht für Tyco Electronics, Connectivity für den Kern des Unternehmens, das, wofür wir heute und in Zukunft stehen, nämlich verbinden und verteilen von Leistungen und Daten.

Für Außenstehende ist nicht ganz klar, warum sich das Unternehmen nun TE Connectivity nennt, jedoch weiterhin unter Tyco Electronics AMP GmbH firmiert. Können Sie dies bitte kurz erläutern?

  Im März dieses Jahres hat sich unsere US-amerikanische Muttergesellschaft Tyco Electronics Ltd. zu der Umbenennung in TE Connectivity Ltd. entschlossen. Das bedeutet aber nicht, dass sich automatisch auch alle Tochtergesellschaften umbenennen müssen. Nach reiflicher Überlegung haben wir uns entschieden, unseren Firmennamen beizubehalten, aber dennoch – konzernkonform – den Markennamen TE Connectivity im Markt zu führen. Das heißt konkret, dass wir weiterhin unter Tyco Electronics AMP GmbH firmieren, unsere Produkte jedoch unter dem Markennamen TE Connectivity vertreiben. Aber um es einfacher zu machen: Nennen Sie uns doch einfach TE.

Welche Vorteile sehen Sie in dem neuen Namen?

Neben der Tatsache, dass der neue Name unser Kerngeschäft deutlich genauer widerspiegelt, liegt einer der wesentlichen Vorteile darin, dass wir nun ein höheres Maß an Unverwechselbarkeit erlangt haben. Seit der Aufsplittung von Tyco International im Jahr 2007 haben sich die einzelnen Konzern-Teile in völlig unterschiedliche Segmente entwickelt. Daraus resultierte leider eine hohe Verwechslungsgefahr zwischen unseren und den Produkten der anderen Abspaltungen, vor allem im US-amerikanischen und asiatischen Markt.

Dass wir in Deutschland weiter unter unserem alten Namen firmieren, hat unter anderem den Vorteil, dass wir den Administrationsaufwand für uns und unsere Geschäftspartner so gering wie möglich halten konnten. Unsere Kunden und Lieferanten danken uns das, weil sie dadurch ihre Datenbanken ohne Änderungen beibehalten können. Aber auch für uns selbst ist es einfacher und günstiger, den alten Firmennamen beizubehalten. So können wir zum Beispiel weiterhin unter der gleichen Umsatzsteuer-Nummer agieren.

Aber ist es nicht gefährlich für ein Unternehmen, einen im Markt so erfolgreich eingeführten Namen zu ändern?

Sicher, eine Umbenennung birgt immer Risiken. Aber das Gesicht zum Kunden ist ja das gleiche geblieben. Und es ist auch nicht das erste Mal, dass wir den Markennamen ändern. Seit dem Jahr 1999 hatten wir bereits drei Namen: Tyco International, Tyco Electronics und nun TE Connectivity.

Wie haben die Kunden darauf reagiert?

Kurz nachdem wir unsere Entscheidung zum neuen Markennamen bekannt gegeben haben, gab es viele Fragen und Bedenken seitens der Kunden, Lieferanten und auch der Analysten. So stellte man uns unter anderem die Frage, ob wir etwas zu verbergen hätten. Das liegt anscheinend nahe, wenn ein Unternehmen einen solchen Schritt tut. Wir haben daraufhin eine groß angelegte Werbekampagne gestartet und sind proaktiv auf unsere Geschäftspartner zugegangen. Das hat uns sehr geholfen, die Akzeptanz von außen zu erlangen. Mittlerweile haben wir die Erfahrung gemacht, dass unsere Kunden unsere Entscheidung nachvollziehen können und sie uns auch weiterhin mit Wohlwollen entgegentreten. Unsere auf Nachhaltigkeit ausgelegte Strategie, die mit der Umbenennung einhergeht, vermittelt – wie beabsichtigt - eine erhöhte Sicherheit und Stabilität.

Und welche Reaktionen gab es seitens der Mitarbeiter?

Es war uns ganz wichtig, die Mitarbeiter sehr früh in den Prozess einzubinden, denn sie sind es, die das Unternehmen nach außen hin repräsentieren. Bereits lange vor der offiziellen Bekanntmachung haben wir zum Beispiel einen internen Wettbewerb gestartet, in dem die Mitarbeiter Fotos einreichen konnten, zu dem, was ihnen zu den Stichworten »smarter«, »faster«, und »better« einfällt. In allen Begriffen ist das TE zu finden. So konnten sich die Mitarbeiter bereits frühzeitig mit dem neuen Namen vertraut machen. Mittlerweile haben sich alle daran gewöhnt und er ist kein Thema mehr – weder intern, noch extern. Es hat uns selber ein wenig überrascht, aber es ging tatsächlich schneller, als gedacht.

 Ein paar Worte zu Ihren Geschäftsbereichen. Den größten Teil Ihres Jahresumsatzes erzielen Sie mit dem Automotive-Segment. Ihre Vision ist es, bis zum Jahr 2015 Ihren Marktanteil im für TE adressierbaren globalen Automotive-Sensor-Markt (rund 1,3 Milliarden US-Dollar in 2010) von sieben auf 15 Prozent, bzw. von rund 90 Millionen Dollar auf über 250 Millionen zu entwickeln. Wie wollen Sie das erreichen?

Zunächst wollen wir mit unseren Produkten neue Anwendungsbereiche erobern. Zu nennen sind hierbei zum Beispiel Green Car, Hybrid und Alternative Power. Darüber hinaus ist das Thema Safety für uns ein besonders zukunftsträchtiges, ebenso die Miniaturisierung – z.B. von Aggregaten - sowie neue Applikationsbereiche wie etwa die Doppelkupplung, Start-Stopp-Automatik, etc. Mit unserer Positionssensorik sind wir bereits jetzt sehr stark aufgestellt. Für die neuen Anwendungen werden wir unser Produktportfolio anpassen und proaktiv erweitern, um den Marktanforderungen auch mittel- bis langfristig gerecht zu werden. Unser Ziel ist es, der erste zu sein, der das entsprechende Portfolio anbieten und liefern kann.