Deutsche Telekom / CeBIT NB-IoT gegen Bienensterben

Allein in Deutschland ist nach Angaben des Deutschen Imkerbundes die Zahl der Bienenvölker seit 1952 von 2,5 Millionen auf heute weniger als eine Million zurückgegangen.
Allein in Deutschland ist nach Angaben des Deutschen Imkerbundes die Zahl der Bienenvölker seit 1952 von 2,5 Millionen auf heute weniger als eine Million zurückgegangen.

Schmalband-Funktechnik könnte Imkern helfen, ihre Bienen zu schützen, indem Daten direkt aus dem Bienenstock auf dem Imker-Handy landen. Die Deutsche Telekom präsentiert die Technik auf der CeBIT 2017.

Mit der schmalbandigen Funktechnik NB-IoT (Narrowband Internet of things) lassen sich Daten, wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Gewicht des Bienenstocks und Aktivität der Bienen direkt an den Imker übermitteln. Intelligente Sensoren sammeln dabei die Daten aus dem Bienenstock, ein Blick auf die Smartphone- oder Tablet-App der Deutschen Telekom genügt und der Imker weiß, ob seine Bienen gesund sind.

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Schmalband-Funk sagt Bienensterben den Kampf an

Die Deutsche Telekom auf der CeBIT 2017.

Die Technik zeigt, ...

...dass die Digitalisierung einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung leisten kann. Wie bei Industrie 4.0 überwachen Sensoren und Narrowband-IoT den Bienenstock und sorgen für Hilfe, bevor ein Bienenvolk Schaden nimmt. NB-IoT gehört zu den Low-Power-Wide-Area-Netzwerken (LPWAN), funktioniert aber auf zellulärer Basis im lizenzierten Frequenzspektrum und die Standardisierung  hatte die 3GPPP im Juni vergangenen Jahres mit der Release 13 weitgehend abgeschlossen. Damit wollen die Telekommunikationsunternehmen jetzt eine eben so gute Abdeckung und ähnliche Dienste anbieten, wie dies andere LPWAN-Anbieter auf Basis von Techniken wie LoRa oder Sigfox bereits tun. NB-IoT durchdringt wie die übrigen LPWAN-Varianten dicke Betonmauern und erreicht auch entlegene Winkel eines Gebäudes, beispielsweise Zähler im Keller. Weil diese Sensoren meist nur einmal stündlich oder täglich kleine Datenpakete übertragen, lassen sie sich über Jahre ohne Batteriewechsel betreiben.

Dass die Telekom nun mit NB-IoT Bienen schützen und dem Bienensterben auf den Grund gehen will, kommt nicht von ungefähr. Erhebungen in Imkereien offenbaren durchschnittliche Verluste von etwa 30 %. Als Gründe werden unter anderem der Einsatz von Pestiziden, eintönige Landschaften, fehlende Nahrungsquellen, der Verlust des natürlichen Lebensraums der Tiere und Parasiten wie die Varroamilbe angeführt.

Wie sich das IoT zur Überwachung von Bienen einsetzen lässt, …

...hatte vor zwei Jahren auch schon Dell gezeigt. Das Unternehmen hatte einen Bienestock auf dem Dach IoT-Labs aufgestellt, das es kurz zuvor in Limerick eröffnet hatte. Zahlreiche Sensoren sammeln dort Wetterdaten, Umgebungsdaten und Daten über die Bienen. »Diese Daten stellen wir Wissenschaftlern zur Verfügung, die sie auswerten können und damit vielleicht den Ursachen des Bienensterbens näher kommen können«, sagte Dermot O´Connell, Executive Director & General Manager von Dell OEM Solutions EMEA, damals in einem Interview mit Markt&Technik. Dell wollte damit nicht unter die Bienenforscher gehen, sondern am Beispiel des Bienenstocks zeigen, zu was sich IoT jenseits der so häufig zitierten Standardanwendungen wie Metering nutzbringend anwenden lässt.