Neuartige Gassensoren für bessere Luftqualität »Messtechnik-Preis 2015« für Sensorforscher

Die Preisverleihung fand an der TU Ilmenau statt: Links der Vorsitzende des AHMT, Prof. Fernando Puente León vom Karlsruher Institut für Technologie, Christian Bur (Mitte) und Prof. Andreas Schütze.
Die Preisverleihung fand an der TU Ilmenau statt: Links der Vorsitzende des AHMT, Prof. Fernando Puente León vom Karlsruher Institut für Technologie, Christian Bur (Mitte) und Prof. Andreas Schütze.

Dr. Christian Bur von der Universität des Saarlandes ist Preisträger des Messtechnik-Preises 2015. Seine Forschung an neuartigen Gassensorsystemen soll künftig dazu beitragen, Abgase von Autos und der Industrie besser zu reinigen und damit die Luftqualität zu verbessern.

Der Arbeitskreis der Hochschullehrer für Messtechnik (AHMT) zeichnete den 30-jährigen Ingenieur für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in seiner binationalen Doktorarbeit aus, für die er an der Universität des Saarlandes bei Sensorexperte Professor Andreas Schütze und an der Universität Linköping (Schweden) bei Professor Anita Lloyd Spetz geforscht hat. Mit seinen Ergebnissen habe Bur einen wesentlichen Beitrag zur Fortentwicklung der Messtechnik geleistet, so die Jury.

Dr. Christian Bur forschte in Schützes Arbeitsgruppe an Gassensorsystemen, die die Luftqualität in Innenräumen überwachen oder Schadstoffe in Abgasen messen. Sie können eingesetzt werden, um Abgase besser zu reinigen, so dass etwa die gefährlichen Stickoxide in Verbrennungsabgasen nicht in die Atmosphäre gelangen, oder auch um Gebäude zu lüften, wenn die Schadstoffkonzentration der Innenluft zu hoch wird.

»Christian Bur konnte mit seinen Forschungen dazu beitragen, Messsysteme auf Basis so genannter gassensitiver Feldeffekt-Transistoren wesentlich zu verbessern, sie selektiver und sensitiver zu machen«, sagt Professor Andreas Schütze. »Seine Ergebnisse haben weitere Forschungen angestoßen und neue Projekte ermöglicht.«

Forschung auf internationaler Ebene

Seit einem Erasmus-Studienaufenthalt in Linköping forschte Bur auch in der Gruppe von Professor Anita Lloyd Spetz, einer der weltweit führenden Forschergruppen, die gassensitive Feldeffekttransistoren entwickelt. Er brachte dabei gleichzeitig die Zusammenarbeit der Forscher-Teams von Schütze und Lloyd Spetz ins Rollen, die inzwischen in mehreren großen internationalen Forschungsprojekten kooperieren. So unter anderem im Netzwerk »EuNetAir«, in dem sich internationale Institutionen und Wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen zusammengeschlossen haben, um die Entwicklung neuer Messtechnologien zur Kontrolle von Luftverschmutzung und für den Umweltschutz voranzutreiben. »Anita Lloyd Spetz entwickelt neuartige Gassensoren, und unsere Spezialität in Saarbrücken ist es, bestehende Sensoren sensibler, selektiver und damit genauer zu machen«, erläutert Professor Schütze.