Automobilmesstechnik Messring und ADAC kooperieren

Messring produziert und vertreibt das Schienensystem und den Autoheck-Dummy und wickelt den kompletten Service sowie die Ersatzteilversorgung und die Schulungen ab.
Messring produziert und vertreibt das Schienensystem und den Autoheck-Dummy und wickelt den kompletten Service sowie die Ersatzteilversorgung und die Schulungen ab.

Die Messring Systembau GmbH und der ADAC haben einen Kooperationsvertrag im Bereich der automobilen Sicherheitstechnik geschlossen. Im Rahmen dessen übernimmt Messring die Produktion und den Vertrieb des neuen ADAC-Testsystems für Notbremsassistenten.

Das vom größten europäischen Automobilclub entworfene und zum Patent angemeldete System simuliert bzw. testet das Verhalten aktiver Sicherheitssysteme in Fahrzeugen. So genannte Active-Safety-Systeme werden schon vor einem potenziellen Unfall aktiv, um mögliche Personen- sowie Materialschäden zu verhindern oder abzumindern. Diese Systeme warnen den Fahrer je nach Auslegung des Herstellers vor einer möglichen Kollision und tragen somit dazu bei, dass er die maximale Bremsleistung des Fahrzeugs einsetzt. Außerdem können diese Systeme in kritischen Situationen die Bremsen auch ganz autonom und völlig unabhängig vom Fahrer betätigen.

Das neue AEBS-Testsystem (Advanced Emergency Breaking System) besteht aus mehreren Komponenten - einem so genannten »Target«, das optisch einem Autoheck nachempfunden ist, sowie einem robusten Schienensystem, auf dem das Target befestigt ist. Dieses Schienensystem wird an einer gewöhnlichen PKW-Kupplung befestigt und der Autoheck-Dummy darauf montiert. Damit das Testfahrzeug den Dummy als reales Fahrzeug klassifizieren kann, wurde dieser auf die verschiedenen Assistenzsysteme abgestimmt, egal ob diese Sicherheitssysteme auf Radar, Kamera oder Lasertechnik basieren. Das Gesamtsystem kann dabei für Zuggeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h eingesetzt werden und überzeugt durch einen schnellen Auf- und Abbau, eine hohe Testfrequenz sowie einen robusten Aufbau.

Für stationäre Versuche, die das Bremsverhalten auf stehende Fahrzeuge testen, wurde zudem ein spezieller Standschlitten entwickelt. Ein weiterer, wichtiger Pluspunkt des AEBS-Testsystems: Alle Versuche können durchgeführt werden, ohne Schäden am Testfahrzeug oder am Testsystem zu verursachen.

Ab 2014 wird Euro NCAP (Europäisches Neuwagen-Bewertungs-Programm) alle Verbraucherschutztests mit diesem System durchführen. Die Ergebnisse aus diesen Tests fließen dann direkt in die bereits bekannte Sternebewertung ein. Im Endeffekt bedeutet dies, dass alle Fahrzeughersteller, Zulieferer und Institute mit einer Testeinrichtung arbeiten werden, die durch den ADAC spezifiziert wurde.

Euro NCAP hat die Testszenarien für Assistenzsysteme bereits in drei Kategorien unterteilt: City-AEB verhindert Kollisionen innerorts bis 20 km/h, AEB Interurban vermeidet Crashs in einem Bereich zwischen 50 und 80 km/h und das Fußgängererkennungssystem erkennt plötzlich vor dem Fahrzeug auftauchende Fußgänger. Alle drei Szenarien lassen sich mit dem AEBS-Testsystem simulieren.