Röntgen-Prüftechnik Live-Bilder aus dem Werkstoffinneren

Der Röntgendetektor MULIX – konzipiert für den Einsatz in industriellen Computertomografiesystemen – bündelt die Vorteile von Zeilen- und Flächendetektoren in einer Hybridlösung und ist bogenförmig um das Prüfobjekt angeordnet
Der Röntgendetektor MULIX – konzipiert für den Einsatz in industriellen Computertomografiesystemen – bündelt die Vorteile von Zeilen- und Flächendetektoren in einer Hybridlösung und ist bogenförmig um das Prüfobjekt angeordnet

Ein am Fraunhofer EZRT entwickelter Röntgendetektor soll künftig besonders hochwertige dreidimensionale Echtzeit-Bilder von Bauteilen und Werkstoffen liefern. Damit ließen sich Prozesse direkt im Inneren des Materials nachvollziehen, und Mikrorisse und kleinste Schäden würden zuverlässig erkannt.

Beim Design des neuen industriellen Röntgendetektors namens MULIX haben sich die Wissenschaftler des Fraunhofer-Entwicklungszentrums Röntgentechnik EZRT, einem Bereich des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS, die hochauflösende medizinische Computertomografie (CT) zum Vorbild genommen. »Unser Anspruch ist es, hohe Bildqualität mit hoher Flexibilität zu vereinen«, erklärt Frank Nachtrab vom EZRT.

Hybridlösung vereint Vorteile zweier unterschiedlicher Verfahren

MULIX nutzt zwei Konzepte, die bereits eingesetzt werden: Es ist eine Art Hybridlösung zu den Einzeilen- und Flächendetektoren, wie sie heute in der Industrie üblicherweise zum Einsatz kommen.

Während beim Zeilendetektor ein fächerförmiger Röntgenstrahl einen bestimmten Abschnitt des Prüfobjekts in der Ebene durchleuchtet, erfasst beim Flächendetektor ein Kegelstrahl das gesamte Objekt.

Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile: Der Flächendetektor liefert zwar schnell eine 2D-Aufnahme des gesamten Objekts. Streustrahlung – also Strahlung, die durch das Prüfobjekt abgelenkt wird – beeinträchtigt hier allerdings stark die Bildqualität.

Bei Zeilendetektoren ist die Streustrahlung geringer; sie liefern dadurch gestochen scharfe Bilder. Allerdings wird immer nur ein kleiner Teilbereich des Objekts erfasst, das Scanverfahren ist deutlich zeitaufwendiger.

»Wir haben nun die Vorteile beider Lösungen vereint«, erklärt Frank Nachtrab vom EZRT.