Interview Keysight startet mit neuem Markenversprechen durch

Siegfried Gross, Keysight: »Herausforderung und Ziel zugleich ist es, das Unternehmen und die Marke Keysight am Markt zu etablieren und wachsen zu lassen.«
Siegfried Gross, Keysight: »Herausforderung und Ziel zugleich ist es, das Unternehmen und die Marke Keysight am Markt zu etablieren und wachsen zu lassen.«

»Hardware + Software + People = Insight«. So lautet das neue Markenversprechen des Messtechnikherstellers Keysight. Im Gespräch mit Markt&Technik erklärt Siegfried Gross, Vorsitzender der Geschäftsführung von Keysight Deutschland, was sich dahinter verbirgt.

Markt&Technik: Nun ist es also amtlich – Agilent ist Geschichte, Keysight die Zukunft. Wie fühlt sich das an?

Siegfried Gross: Im ganzen Unternehmen ist eine unglaubliche Aufbruchsstimmung zu spüren - und das weltweit. Auch ich habe sie gespürt, selbst wenn ich es in dieser Ausprägung nicht erwartet hatte, denn wir sind natürlich kein Start-up sondern blicken bereits auf eine jahrzehntelange Geschichte zurück. Dennoch fühlt es sich irgendwie neu an. Wir haben nun eine sehr viel klarere Identität als Messtechnikfirma und eine fokussiertere Ausrichtung über alle Hierarchie-Ebenen hinweg, aus der ganz neue Chancen entstehen können. Ohne Messtechnik kann es keine Innovation geben, sie ist organisch für jede Innovation. Darauf fokussieren wir jetzt noch stärker, und daraus ergibt sich auch die Aufbruchsstimmung.

Was halten Sie von dem neuen Namen? Passt er besser zum Unternehmen als der alte?

Mit dem neuen Namen Keysight Technologies ist es uns sehr gut gelungen, genau das zu beschreiben, was wir für den Kunden tun: Key steht für essentiell, Sight ist die Kurzform von Insight, also Einblick. Die Kombination aus beidem impliziert, dass wir dem Kunden tiefe Einblicke in seine Signale und Schaltungsdesigns ermöglichen, die ihn wiederum befähigen, seine Produkte schneller auf den Markt zu bringen.

Was verändert sich für die Kunden?

Wir bleiben konsistent – mit den gleichen Mitarbeitern, den gleichen Technologien und den gleichen Roadmaps. Das einzige, was sich verändert hat, ist der Name. Er steht natürlich für die Marke, die wiederum esentiell ist, um sich im Markt zu positionieren. Viel wichtiger ist jedoch, dass der neue Name jetzt für noch mehr Kundennähe steht und die Ansprechpartner bei Keysight sich nicht geändert haben.

Sie haben im Jahr 1999 bereits die Abspaltung Agilents von Hewlett Packard miterlebt. Kann man sie mit der jetzigen vergleichen?

Zum Teil, ja. Gemeinsam ist ihnen, dass beide Male die Messtechnik abgespalten wurde, die jeweils der Ausgangspunkt der Firmen war. Die Anfänge von HP lagen in der elektronischen Messtechnik, erst sehr viel später kamen die Drucker und PCs dazu. Dieser Bereich wuchs so rasant, dass man sich 1999 entschied, die Messtechnik in ein eigenständiges Unternehmen zu überführen. Der Name HP blieb bei der Konsumerelektronik, denn dort ist man sehr viel stärker abhängig vom Markennamen als in der Messtechnik, wo es eher um persönliche Verbindungen geht.

Diesmal ist es ähnlich: Agilents Ursprünge lagen in der Messtechnik, und im Laufe der Jahre baute man den Analytik- und Life-Sciences-Bereich auf. Das neue Segment wuchs – analog zu dem PC/Druckersegment von HP seinerzeit – rasch. Damit wurde es zunehmend schwierig, den Fokus zu wahren. Entsprechend war es meines Erachtens die absolut richtige Entscheidung, die Messtechnik erneut abzuspalten und in ein sehr viel fokussierteres Unternehmen zu überführen. Genau hier liegt aber auch der gravierendste Unterschied zur ersten Firmentrennung: Damals sollte Agilent als Diversified Technology Company etabliert werden, die Strategie, eine Messtechnikfirma zu formen, entwickelte sich erst nach dem Split. Anders ist es beim Start von Keysight, denn jetzt ist die Strategie schon von vorneherein ganz klar definiert.