Draper/HHMI Hybrid-Drohne könnte Bienen bei Bestäubung helfen

Maßstabsmodell einer Libelle mit dem von Draper entwickelten "Rucksack"-System.
Maßstabsmodell einer Libelle mit dem von Draper entwickelten "Rucksack"-System.

Ein Rucksack für Libellen? Ingenieure vom Draper Laboratory haben zusammen mit dem Howard Hughes Medical Institute (HHMI) eine Drohne entwickelt, die - an einem Insekt befestigt - Honigbienen bei der Bestäubung unterstützen könnte.

DragonflEye nennen die Wissenschaftler ihre Hybrid-Drohne, die den Flugweg einer Libelle kontrollieren kann. Dazu haben die Forscher des HHMI die Neuronen, die das Fliegen kontrollieren, im Nervensystem des Insekts untersucht. Indem sie dem Insekt bestimmte Gene, ähnlich denen, die auch im Auge vorkommen, injizierten, machten sie die Neuronen lichtempfindlich.

Die Ingenieure von Draper haben parallel dazu kleine optische Strukturen, sogenannte Optroden, entwickelt, die kleiner und flexibler als optische Fasern sind. Die Optroden werden am Rücken der Libelle angebracht, leiten von dort aus Lichtimpulse in das Nervensystem des Insekts und aktivieren dadurch dessen „Lenk“-Neuronen. Der Libellen-Cyborg ist geboren.

Weil die Technik leicht und klein ist, lässt sie sich laut Jesse J. Wheeler, Biomedizinischer Ingenieur und Projektleiter bei Draper, an den meisten Insekten anbringen. Dadurch ließe sich zum Beispiel die Bienenpopulation wiederherstellen, indem die Hybrid-Drohnen die Insekten bei der Bestäubung unterstützen, sie überwachen und Erkundungsflüge tätigen. Daneben soll sich die Technik eines Tages auch in medizinische Behandlungen einsetzen lassen, um zum Beispiel wirksamere Therapien mit geringeren Nebenwirkungen zu ermöglichen.