Finalist / Deutscher Zukunftspreis 2017 Handprothese mit Tastsinn

EIne »fühlende« Handprothese, die individuell auf den Träger angepasst ist - damit können Patienten zurück in einen normalen Alltag finden.
Eine »fühlende« Handprothese, die individuell auf den Träger angepasst ist - damit können Patienten zurück in einen normalen Alltag finden.

Die Firma Vincent Systems hat erstmals ein Baukastensystem für künstliche Handprothesen mit Tastsinn entwickelt und zählte dafür zu den drei Finalisten des Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten.

Erstmals ermöglicht serienmäßig ein Tastsinn dem Prothesenträger, mit der künstlichen Hand sensibel und sicher zuzugreifen. Elektrische Signale der Muskeln steuern alle Funktionen der Prothesen. Die Prothesensteuerung ist intuitiv und schnell zu erlernen, sie kommt dabei ohne jedes Hilfsmittel wie Taster oder Smartphone aus.

Kern der Innovation ist die weltweit kleinste Einzelfingerprothese…

...mit miniaturisierten Antrieben. Die unterschiedlich großen aktiven Finger und Daumen bilden zusammen mit Rahmenelementen ein sehr flexibles modulares System, das sich an den individuellen Teilhandstumpf jedes Nutzers anpassen lässt. Durch die Verwendung von robusten Leichtbaumaterialien und einer softwaregestützten Optimierung der Gestalt erreicht das neue System ein geringeres Gewicht, ohne dadurch an Stabilität zu verlieren: Die Handprothese wiegt etwa genauso viel wie eine menschliche Hand.

»Unsere Entwicklung ist die leichteste und beweglichste Handprothese der Welt«,…

...erklärt Dr. Stefan Schulz, Gründer und Geschäftsführer der Vincent Systems und bis 2009 Forschungsgruppenleiter am Institut für Angewandte Informatik des KIT. »Sie kann im Gegensatz zu den aktuellen Standardlösungen jeden Finger einzeln aktiv bewegen.« 

Die modulare Technologie ermöglicht auch Hilfe für Menschen, denen nur einzelne Finger, der Daumen oder Teile der Hand fehlen. 

Neu ist auch der integrierte Tastsinn, …

...er gibt dem Träger Rückmeldung über die ausgeübten Kräfte. Dazu wird die Griffkraft in spürbare leichte Vibrationen übersetzt. Der künstliche Tastsinn erlaubt es, die Prothese sehr sensibel zu verwenden und auch ohne Sichtkontakt sicher zu greifen. Zudem kann er helfen, eventuell bestehende Phantomschmerzen zu lindern. Zum Steuern der Prothesen dienen elektrische Signale der Muskeln. 

Die Technologie ist bereits sehr erfolgreich am Markt eingeführt. Derzeit werden orthopädische Fachwerkstätten in Deutschland, Europa und den USA mit den Vincent-Prothesen beliefert.