Die großen deutschen Flughäfen haben ihre Messtechnik bereits installiert Flüssigkeits-Screening ist vorbereitet

Der TruScreen identifiziert Spreng- und Gefahrstoffe in Flüssigkeiten – auch durch transparente Verpackungen hindurch.
Der TruScreen identifiziert Spreng- und Gefahrstoffe in Flüssigkeiten – auch durch transparente Verpackungen hindurch.

An den deutschen Flughäfen wäre man pünktlich bereit gewesen für die Lockerung des Flüssigkeits-Mitnahmeverbots zum Ende April 2011. Die Voraussetzungen waren geschaffen, u.a. hatte Analyticon alle bestellten Messgeräte fristgerecht ausgeliefert, installiert und das Kontrollpersonal geschult. Doch aufgrund »internationaler Abstimmungsprobleme«, so der Wortlaut einer Analyticon-Meldung, werden die Geräte zunächst nun doch nicht zum Einsatz kommen.

Für die im hessischen Rosbach ansässige Analyticon Instruments war der Auftrag des deutschen Bundesinnen­ministeriums zur Ausrüstung der Flughäfen einer der bisher wichtigsten der Firmengeschichte. Konkret sollte das Unternehmen die »TruScreen«-Spektrometer des US-amerikanischen Herstellers Thermo Fisher Scientific liefern, dessen exklusiver Vertriebspartner Analyticon in Deutschland und Österreich ist. TruScreen führt eine chemische Vor-Ort-Analyse durch und identifiziert dabei Flüssigkeiten an Hand ihres chemischen Fingerabdrucks. Das Gerät erkennt innerhalb von Sekunden, ob es sich um eine gefährliche oder harmlose Substanz handelt. Flüssigsprengstoffe, ihre Vorstufen und chemischen Ausgangs­stoffe lassen sich sicher identifizieren und von ungefährlichen Stoffen unterscheiden.

Die besondere Stärke der eingesetzten Messmethode ist ihre hohe Selektivität. Das Gerät nimmt den molekularen Fingerabdruck des Stoffes in Form eines Spektrums auf und kann so eindeutig identifizieren, ob es sich um eine gefährliche Substanz handelt. Für die reibungslose Abfertigung von Passagieren ist diese Zuverlässigkeit ein entscheidender Vorteil. Die klare Ergebnisanzeige (clear/alarm) und das einfache Handling des TruScreen erlauben eine sichere Bedienung auch durch nicht-technisches Personal.

Auch wenn man in Deutschland nun also gut vorbereitet ist, bleibt abzuwarten, wie es mit der Flüssigkeitsmitnahme im Flugverkehr weitergeht. Bereits im November 2009 hatte der EU-Regelungsausschuss der Mitgliedsstaaten einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission angenommen. Demnach sollte das Flüssigkeitsverbot in zwei Stufen fallen: Zunächst sollten Transitpassagiere ab Ende April 2011 Flüssigkeiten mitnehmen können. Im zweiten Schritt sollte die Mengenbegrenzung ab dem 29. April 2013 komplett gekippt werden.