Intelligente Bahnsensoren Entgleisung ausgeschlossen

Zugunglücke wie das in Eschede im Jahr 1998 sollen mittels eines ausgeklügelten Monitoringsystems künftig ausgeschlossen sein.
Zugunglücke wie das in Eschede im Jahr 1998 sollen mittels eines ausgeklügelten Monitoringsystems künftig ausgeschlossen sein.

Durch Materialermüdung an Radsätzen, defekte Achslager oder verschlissene Komponenten ausgelöste Bahnunglücke sollen bald ausgeschlossen sein. Dazu entwickeln die GEMAC, Lenord, Bauer & Co. und die TU Chemnitz ein intelligentes Sensor- und Monitoringsystem, das Materialschäden frühzeitig erkennt.

Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojektes »Entwicklung eines mikrotechnisch aufgebauten intelligenten Sensor- und Monitoringsystems zur Fahrgestellüberwachung und Vermeidung von Entgleisung im Schienenverkehr« (kurz MikroMonitor) ist es, hochpräzise und robuste Beschleunigungssensoren sowie das Monitoringsystem direkt in den Radsatz von Zug- oder Waggon-Drehgestellen zu integrieren. Dort erkennen und warnen sie vor kritischen Beschleunigungsmustern.

Nach Projektende Ende Mai 2016 sollen die Ergebnisse einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Sicherheit im Personen- und Güter-Bahnverkehr sowie bei S-, U- und Straßenbahnen liefern.

Die GEMAC – Gesellschaft für Mikroelektronikanwendung Chemnitz mbH ist ein anerkannter Dienstleister für individuelle Forschungs-, Entwicklungs- und Fertigungsarbeiten in den Bereichen Messtechnik und Sensorik. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung im Lösen komplexer Überwachungsaufgaben durch Sensorik und Komplettsysteme ist die GEMAC im Verbundprojekt MikroMonitor ein praxiserprobter Verbundpartner.

Die Lenord, Bauer & Co. GmbH ist ein mittelständischer Hersteller von kompletten Systemen zur Automatisierung von Prozess- und Bewegungsabläufen für Anwendungen im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Verkehrs-, Schifffahrts- und Umwelttechnik. Eine Spezialität von Lenord+Bauer ist die Entwicklung und Fertigung von innovativen, hochpräzisen magnetischen Drehgeber Sensorsystemen für den Einsatz in Schienenfahrzeugen.

Das Zentrum für Mikrotechnologien ist ein Forschungszentrum der Technischen Universität Chemnitz. Die Mitarbeiter forschen gemeinsam mit industriellen Partnern an neuen, innovativen Technologien der Mikroelektronik, Mikrosystemtechnik, der Silizium-Mikrobearbeitung und an Nanotechnologien. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Sensoren und Sensorsystemen, insbesondere Inertialsensoren für die Erfassung der Lage, der Bewegung und der Vibration von Bauteilen.