Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) Energie-Label: Prüfmethoden auf dem Prüfstand

Kunden verlassen sich beim Kauf ihrer Elektrogeräte zunehmend auf die Herstellerangaben auf dem Energieeffizienz-Label. Im Rahmen des Projekts »Unterstützung der Marktüberwachung« der BAM kommen die Prüfmethoden für energieverbrauchsrelevante Produkte nun selber auf den Prüfstand.

Untersucht werden Prüfmethoden, die durch die europäischen Richtlinien zum Ökodesign und zur Energieverbrauchskennzeichnung geregelt sind. Während letzteres in Form von Etiketten mit der bunten Skala an Waschmaschinen, Kühlschränken oder Fernsehgeräten bekannt ist, beinhaltet Ökodesign die Mindestanforderungen für die »umweltgerechte Gestaltung von energieverbrauchsrelevanten Produkten«.

»Die Einhaltung dieser Vorschriften muss wirksam überwacht werden«, so BAM-Projektleiter Dr. Floris Akkerman. »Das erfordert einen hohen Aufwand an technischen Prüfungen – unter anderem, damit die Marktüberwachungsbehörden gerichtsfest nachweisen können, dass das drin ist, was drauf steht – auch bei der Energieeffizienz.«

Konkret werden Prüfmethoden am Beispiel von vier Produktgruppen unter die Lupe genommen. So sollen Schwachstellen aufgedeckt und Prüfmethoden ergänzt, vereinfacht oder weiterentwickelt werden. Hierzu koordiniert die BAM diverse Ringversuche bei externen Prüfinstituten.

Nach der öffentlichen Diskussion in Verbindung mit dem VW-Skandal wird die BAM außerdem die Frage aufgreifen, inwiefern die technische Überwachung robust gegen Betrugsversuche ist.

Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen die Marktüberwachungsbehörden unterstützen und helfen, gleiche Wettbewerbsbedingungen im Markt zu fördern und das Vertrauen der Verbraucher in die Angaben auf den Etiketten und Datenblättern zu stärken.

Die Ergebnisse fließen auch auf nationaler und europäischer Ebene ein. Mit dem Projekt wird eine Maßnahme des »Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz« (NAPE) der Bundesregierung umgesetzt.