Yole Dévelopment Drahtlose Kommunikation verändert MEMS-Welt

Der Umsatz mit MEMS-Sensoren wird laut Yole von 13 Mrd. Dollar in diesem Jahr 2018 auf rund 15 Mrd. Dollar 2017 steigen, 2022 wird er voraussichtlich über 25 Mrd. Dollar erreichen
Der Umsatz mit MEMS-Sensoren wird laut Yole von 13 Mrd. Dollar in diesem Jahr 2018 auf rund 15 Mrd. Dollar 2017 steigen, 2022 wird er voraussichtlich über 25 Mrd. Dollar erreichen

HF-MEMS-Filter bilden die am schnellsten wachsende Produktgruppe unter den MEMS-Sensoren, Broadcom ist zum weltweit zweitgrößten MEMS-Hersteller aufgestiegen.

Um 35 Prozent werden HF-MEMS-Filter zwischen 2017 und 2022 im Durchschnitt pro Jahr wachsen – das sagt Yole Développement in der neusten Marktstudie »Status oft he MEMS Industry« voraus. RF Front-Ends insgesamt werden laut dem »RF Front End Modules and Components for Cellphones 2017 Report« um durchschnittlich 14 Prozent pro Jahr zulegen.

Dagegen ist der Umsatz der 30 weltweit führenden MEMS-Sensoren-Hersteller  nur leicht von 9,2 auf 9,35 Mrd. Dollar (+1,6 %) gestiegen.

Ursache des starken Wachstums im HF-Sektor ist der Übergang zu 4G, der den Bedarf an Filtern nach oben schnellen lässt. Profitiert hat vor allem Broadcom von dieser Entwicklung, die seit 2015 zu Avago gehört. Lag Broadcom mit seinen HF-MEMS-Filtern 2015 noch auf Platz 4 der weltweit größten MEMS-Hersteller, so ist das Unternehmen 2016 mit einem Umsatz von 910 Mio. Dollar auf den zweiten Platz vorgerückt. Größer ist nur noch Robert Bosch mit 1,16 Mrd. Dollar.

Eine weitere HF-Firma, die von der Entwicklung auf dem HF-Frontend-Markt profitiert, ist Qorvo: Innerhalb von drei Jahren stieg der Umsatz des Unternehmens, das 2015 aus Triquint Semiconductor und RF  Micro Devices hervorgegangen war, von 145 auf 585 Mio. Dollar.

Die 1,16 Mrd. Dollar Umsatz erzielt Robert Bosch mit MEMS-Sensoren für den Einsatz in Kraftfahrzeugen und in Consumer-Produkten. Das Unternehmen  verfügt über Fertigungen, die für beide Marktsektoren produzieren und optimiert kontinuierlich die Produktionskosten. Gesunkene Preise dürften für den leichten Rückgang des Umsatzes 2016 verantwortlich sein.

Bosch befindet sich in hartem Wettbewerb mit Firmen wie TDK und ST Microelectronics. Auch der Umsatz von ST mit MEMS-Sensoren ist 2016 auf 630 Mio. Dollar zurückgegangen. Damit landete das Unternehmen auf den vierten Platz. TDK hatte über die letzten Jahre einige Sensorhersteller übernommen, darunter Epcos, InvenSense, Micronas und Tronics. 2016 erzielte TDK einen Umsatz 368 Mio. Dollar, was Platz 9 bedeutet.

Auf Platz 3 lag 2016 Texas Instruments, das Unternehmen hat seinen Umsatz mit rund 800 Mio. Dollar über die letzten drei Jahre stabil gehalten hat. TI hat sich vor allem auf die Entwicklung und Fertigung von Micromirrors spezialisiert, der Hauptumsatzträger. Dagegen fallen Produkte wie optische Schalter für die Telekommunikationsausrüster und Sensoren für Barcode-Reader, 3D-Gestenerkennung, Head-up-Displays für Autos sowie und Smart Lighting noch nicht ins Gewicht.

Neben den RF-MEMS-Sensoren und Frontends hat Yole weitere interessante Wachstumsmärkte für MEMS identifiziert. Dazu gehören die MEMS-Mikrophone, die – gemessen in Stückzahlen – um 11 Prozent gewachsen sind, wie in der Marktstudie »Acoustic MEMS and Audio Solutions 2017 Report« zu lesen ist.