Neue Hameg-DSOs/MSOs Die untere Preisklasse wird immer leistungsfähiger

Mit den neuen Scopes der HMO-Serie adressiert Hameg den Breitenmarkt.
Mit den neuen Scopes der HMO-Serie adressiert Hameg den Breitenmarkt.

Hameg Instruments hat seine DSO/MSO-Oszilloskop-Serie HMO nach unten hin erweitert: Die neuen Scopes sind für Bandbreiten von 70 bis 200 MHz ausgelegt und bieten für Preise zwischen rund 1150 und 2180 Euro einige beachtliche Features.

Die acht neuen Modelle der HMO-Serie kommen als Zwei- bzw. Vierkanalversion mit Bandbreiten von 70, 100, 150 und 200 MHz auf den Markt. Alle Varianten verfügen über eine Abtastrate von 1 GSample/s und einen Speicher von 1 MPunkte pro Kanal, kombinierbar auf maximal 2 GSample/s bzw. 2 MPunkte.

Die Aufrüstung der DSOs zum Mixed-Signal-Oszilloskop (MSO) erfolgt über den Anschluss eines externen 8-Kanal-Logiktastkopfes (Option HO3508, Euro 290). Damit kann der Anwender zusätzlich zu den zwei bzw. vier analogen noch acht digitale Kanäle erfassen. Dabei ist der Logiktastkopf nicht per Lizenzschlüssel gerätegebunden, sondern er ist an jedem beliebigen HMO-Gerät einsetzbar.

Mittels der bereits von anderen HMO-Scopes bekannten Option HOO10 sind die Geräte in der Lage, zwei frei wählbare serielle Protokolle des Typs I2C, SPI, und/oder UART/RS-232 zeitsynchron hardwareunterstützt zu analysieren. Dies ist sowohl auf den digitalen als auch auf den analogen Kanälen möglich. Wer nur einen seriellen Bus untersuchen muss, kann dies bereits auf den analogen Kanälen mit der im Einführungsjahr kostenfrei gelieferten Option HOO11 tun. So können selbst mit Zweikanalgeräten Dreileiterbusse wie SPI unter Einbeziehung des externen Triggereinganges analysiert werden.

Die neuen HMOs bieten eine vertikale Empfindlichkeit von 1 mV/Div, ein sehr geringes Eigenrauschen und einen Erfassungsspeicher von bis zu 2 MPunkten. Verknüpfbare Mathematik-, integrierte FFT- und Filterfunktionen sowie ein Pass/Fail-Test basierend auf Masken gehören zur Standardausstattung. Dem Anwender stehen acht benutzerdefinierte Ereignismarker zur einfachen Navigation zur Verfügung. Darüber hinaus bieten die Geräte die Triggerbetriebsarten Flanke, Video, Pulsbreite, Logik, verzögert und Ereignis.

Bislang in dieser Preisklasse noch nicht gesehen sind der integrierte Komponententester (X-Y-Darstellung von Spannungs-Strom-Diagrammen aktiver oder passiver Bauelemente), mit dem sich auch in der Schaltung eingebaute aktive und passive Bauteile verifizieren lassen, sowie die Virtual-Screen-Funktion, die bis zu 20 Div in der Vertikalen erlaubt.

Drei USB-Schnittstellen für Memory-Sticks, Drucker und Fernsteuerung sowie eine interne Signalquelle, die neben einem Rechteck auch parallele und serielle Datenströme zu Testzwecken erzeugt, runden die Ausstattung ab. Angenehme Eigenschaften am Rande sind eine sekundenschnelle Bootzeit der Geräte und ein Lüfter, den man so gut wie gar nicht hört. Mit nur 14 bzw. 22 cm Tiefe passen sie auch auf voll gepackte Labortische. Mit Hilfe der Rasthalterungen unter dem Gerät lassen sie sich jedoch auch auf andere Hameg-Geräte stapeln.

Der Bildschirm ist ein 6,5-Zoll-TFT-VGA-Display. Dass die Geräte nicht über einen Widescreen verfügen, ist in diesem Fall nicht unbedingt von Nachteil, weil die Menüs nur dann eingeblendet werden, wenn sie benötigt werden. Anderenfalls steht der komplette Screen zur Ansicht der Messkurven und -werte zur Verfügung. Alternativ kann der Anwender über den standardmäßig integrierten DVI-Ausgang einen externen Monitor anschließen.

Akkubetrieb ist in den neuen Geräten nicht vorgesehen. Dies habe man laut Hameg zwar überlegt, dann aber verworfen, weil es zum einen eine Preisfrage wäre, zum anderen sei dies seitens der Kunden nicht unter den wichtigsten geforderten Features gewesen.

Noch ein Hinweis zur Verfügbarkeit: Die Vierkanal-Modelle mit 70 MHz (HMO724) und mit 100 MHz (HMO1024) werden ab Ende Mai 2011 ausgeliefert, die restlichen Modelle folgen ab Juli 2011.