Fujitsu-Technology-Solutions-Testcenter Die Kombination aus EMV- und Produktsicherheits-Tests macht’s

Zehn-Meter-Absorberhalle für die Messung von Störaussendungen (Bild Fujitsu)

Neben der einwandfreien Funktion müssen elektronische Geräte auch die Einhaltung diverser rechtlicher Bestimmungen und Qualitätskriterien belegen können. Um die wohl bekannteste Gerätekennzeichnung, das CE-Zeichen, aufzubringen, müssen Hersteller ihre Produkte unter anderem auf deren EMV-Verhalten bewerten und sie den unterschiedlichsten Sicherheitstests unterziehen. Von diesem notwendigen Zusammenspiel der Anforderungen profitieren vor allem Testzentren, die alle diese Kriterien abdecken.

Mit der 1993 eingeführten CE-Kennzeichnung bestätigt ein Hersteller, dass seine Produkte mit den entsprechenden EU-Richtlinien konform sind und sie die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen einhalten. Dabei muss die CE-Erklärung mit dem Einsatzbereich des Produktes zusammenpassen, und die zum Verkauf angebotenen Produkte müssen den jeweils aktuell gültigen Normenstand einhalten. Die CE-Kennzeichnung erfolgt durch den Hersteller selbst, während Prüfzeichen wie GS, UL oder CSA von unabhängigen Prüf- und Zertifizierungsstellen in Zusammenarbeit mit einem Testcenter vergeben werden.

Nun kann sich ein Hersteller aber leider nicht darauf verlassen, dass die von ihm zu einem Gerät verbauten CE-zertifizierten Komponenten automatisch auch als Gesamtsystem CE-konform sind. »Bei der EMV können im Verbund zum Gesamtsystem Veränderungen im Emissions- und/oder im Störfestigkeitsverhalten entstehen«, erklärt Frank Sommerrock, Senior Manager Sales and Certification Support im Zentrum für Tests und Zulassungen bei Fujitsu. »Bezüglich der Produktsicherheit muss beispielsweise sichergestellt werden, dass zugekaufte Komponenten - wie etwa geprüfte Netzteile - nicht in einzelnen Ausgangsspannungen überlastet werden.« Daher sei eine Gesamtbetrachtung des Systems erforderlich, bei der allerdings nicht immer eine komplette technische Messung mit ausführlicher Dokumentation durchgeführt werden müsse.

»Um EMV-Schwächen zu finden, sollte das zu prüfende Gerät in ‚Volllast’, also unter einem ‚Worst-case-Szenario’ laufen«, so Sommerock. »Im Rahmen der Emissionsprüfung misst man beispielsweise die Funkstörfeldstärke, um sicherzustellen, dass ein Gerät andere Funkdienste wie Radio, Taxifunk oder Funk von Einsatzfahrzeugen nicht beeinträchtigt. Außerdem werden die Oberschwingungsanteile, die in das öffentliche Energieversorgungsnetz rückgespeist werden, sowie die durch Spannungsschwankungen entstehenden Flicker-Erscheinungen wie etwa Lampenflackern gemessen.«

Eine der Stärken des Fujitsu-Testzentrums ist die EMV-Entstörung an der Quelle, ohne die elektronische Funktionalität zu beeinträchtigen. Neben kompletten EMV-CE-Prüfungen, die die Basis für die Erteilung des CE-Zeichens sind, bietet Fujitsu auch Checks zur Risikoeinschätzung an. Für Emissionsmessungen steht eine Zehn-Meter-Halle zur Verfügung, die mit knapp 2000 Absorbern mit einer Länge von je 2,80 Meter ausgestattet ist, um Funkechos zu vermeiden und die Prüflinge gegen alle Einflüsse von außen durch einen Faradayschen Käfig abzuschirmen. Auf einer Drehscheibe mit vier Metern Durchmesser und einer Belastbarkeit bis 2,5 Tonnen können auch größere Industrieanlagen oder -module getestet werden. Aber selbst ganz kleine Geräte wie ein batteriebetriebener Schrittzähler oder ein USB-Stick wurden hier schon auf EMV getestet. Es lassen sich Frequenzbereiche von 9 kHz bis 40 GHz messen.