Sensorik im Internet of Things »Die Cloud-Technologie war für uns der nächste konsequente Schritt«

Andrea Orzati, Sensirion: »Mit dem Cloud-Geschäft von Koubachi schließen wir einen Kreis: Von der Hardware über die Integration bis hin zur Software-Unterstützung und die Cloud-Tools.«
Andrea Orzati, Sensirion: »Mit dem Cloud-Geschäft von Koubachi schließen wir einen Kreis: Von der Hardware über die Integration bis hin zur Software-Unterstützung und die Cloud-Tools.«

Sensirion stärkt seine Position in zukunftsträchtigen Märkten wie Internet of Things, Smart Home und Wearables und hat dazu eine Lizenz der Cloud-Software der Koubachi AG erworben. Andrea Orzati, Vice President Mobile & Consumer Business von Sensirion, erklärt, warum diese Erweiterung so wichtig für Sensirion war.

Markt&Technik: Bislang fokussierte Sensirion auf Sensor-Hardware und deren Integration in Endanwendungen. Mit der Erweiterung auf das Cloud-Geschäft von Koubachi entwickeln Sie sich nun weiter in Richtung Software-Anbieter. Muss sich ein Sensorhersteller heutzutage mit Themen wie Cloud, Internet of Things und Industrie 4.0 beschäftigen, um zukunftsfähig zu sein?

Andrea Orzati: Ja, davon bin ich fest überzeugt. In Zukunft wird es immer wichtiger werden, die komplette Technologie aus einer Hand anzubieten. Unsere Sensoren kommen bereits sehr gut an bei den Kunden. Aber sie brauchen nicht nur die Hardware, sondern auch das Integrations-Know-how. Beides bieten wir bereits seit langem an. Die Cloud-Technologie war für uns nun der nächste konsequente Schritt. Damit schließen wir den Kreis von der Hardware über die Integration bis hin zur Software-Unterstützung und die Cloud-Tools.

Mit extrem miniaturisierten Sensoren hat Sensirion vor allem den Mobile-Communications-Markt erobert. Liegt dort Ihr Fokus für die Zukunft oder ist ein Übertrag der Technologie in Anwendungen wie etwa Industrie 4.0 denkbar?

Wir haben bereits langjährige Erfahrungen im Bereich Sensortechnologien für die Industrie, Automotive, Medizintechnik und auch für traditionelle Automatisierungsanwendungen. Der Mobile-Communications-Markt kam für uns erst vor etwa drei bis vier Jahren hinzu. Insofern adressieren wir mit der kombinierten Technologie von Sensirion und Koubachi eindeutig auch Anwendungen der Industrie 4.0. Die Cloud ist für alle Industriezweige neu – aber sie wird in jedem einzelnen Einzug halten, davon bin ich überzeugt. Generell geht es darum, die von den Sensoren erfassten Daten zu sammeln, sie in die Cloud zu bringen und dort individuelle Auswertemöglichkeiten anzubieten. Hier entsteht der Mehrwert für den Kunden, egal in welchem Marktsegment er tätig ist.

Im Mehrwert liegt das Erfolgsrezept...

Ja, nur so kann man erfolgreich am Markt sein. Welchen Mehrwert der Kunde jeweils erwartet, hängt von den ganz individuellen Anforderungen ab. Da ist jeder Markt verschieden, und in den einzelnen Märkten wiederum jeder Kunde. Unsere Aufgabe ist es, die Unterschiede zu erkennen und die jeweils optimale Lösung für den Kunden zu finden. Wir schaffen Mehrwert, indem wir unsere zum Teil sehr stark miniaturisierten Sensoren mit Software- und Integrations-Know-how und Cloud-Präsenz kombinieren. All das sind Bausteine für den Erfolg.

Nach dem Schritt in das Cloud-Geschäft – was brauchen Sie darüber hinaus, um für die Zukunft gerüstet zu sein?

Momentan sehen wir uns gut aufgestellt für die Anforderungen von heute und morgen. Aber wir schlafen auch nicht. Wir überlegen immer, welchen neuen Mehrwert der Kunde brauchen könnte, welche weiteren Sensortechnologien interessant sein könnten. Aktuell haben wir noch einiges an Arbeit vor uns bezüglich der Integration der Sensirion- und Koubachi-Technologien. Dann schauen wir weiter.

Welches werden die ersten gemeinsamen Schritte sein?

Zunächst gilt es, die Technologien zusammenzuführen. Für 2015 erwarten wir die erste gemeinsame Lösung – voraussichtlich für den Bereich der Mobilkommunikation.