Sensorik und Messtechnik in der Automobilelektronik Der Trend geht zur kontaktlosen Sensorik

Thorsten Wegner, Novotechnik: »Der Trend zu kontaktloser Sensorik wird sich in Zukunft weiter verstärken, und entsprechende Systeme werden ihre Marktposition ausbauen. Aktuelle Beispiele sind Multiturns, die den quantenmechanischen Spin-Effekt nutzen.«

In der Automobiltechnik und Mobilhydraulik wird sich der Trend zu kontaktloser Sensorik in Zukunft weiter verstärken, und entsprechende - meist magnetische - Systeme werden ihre Marktposition weiter ausbauen. Davon ist Torsten Wegner, Geschäftsführer des Sensorspezialisten Novotechnik, überzeugt.

Gefragt sind nach Wegners Ansicht vor allem Lösungen, die nicht nur im Hinblick auf Auflösung und Genauigkeit überzeugen, sondern auch im Preis. »Optische Multiturns beispielsweise bekommen deshalb ernstzunehmende Konkurrenz: Drehgeber, die den quantenmechanischen Spin-Effekt nutzen, könnten ihnen in Zukunft den Rang streitig machen«, erklärt der Experte. »Sie erfassen die Positionswerte wesentlich robuster und kostengünstiger – auch nach gestörter Energieversorgung. Erste Geräte können heute schon 16 Umdrehungen speichern, spätere Generationen werden über 1 Million erreichen.«

Ein weiterer Trend in Automobiltechnik und Mobilhydraulik ist nach Wegners Überzeugung die individuelle Anpassung an die Messaufgabe. Denn auch in mobilen Anwendungen gilt, dass die für die Applikation geeignete Lösung stets von den spezifischen Anforderungen bestimmt wird. Das kann durchaus die richtige Wahl erschweren. Ein Beispiel dafür liefert die Istwerterfassung an hydraulischen Lenkzylindern. Wegner erklärt die Problematik: »Die Zylinder bestehen in der Regel aus Stahl und haben eine durchgehende Kolbenstange, die keine Hohlbohrung zulässt. Magnetostriktive Sensoren, die für die direkte Integration in Zylindern ausgelegt sind, kommen deshalb nicht in Frage. Auch eine Messung mit einem externen Positionsgeber durch die Zylinderwand hindurch ist mit magnetischen Verfahren nicht möglich, da die Stahlzylinder selbst magnetisierbar sind.« Für solche Anwendungen sind also spezielle Sensor-Anpassungen gefragt. Novotechnik hat für diesen Anwendungsbereich induktive Linearsensoren entwickelt, die sich für alle heute üblichen Stahlzylinder mit durchgehender Kolbenstange eignen. »Solche Applizierungen bereits bekannter Technologien und physikalischer Prinzipien werden in der Automobiltechnik und Mobilhydraulik auch in Zukunft immer wieder für praxisgerechte Sensorlösungen sorgen«, resümiert Wegner.