Sensorik Der Mensch als Signalträger

Ident Technology hat eine Technologie entwickelt, mit der elektronische Geräte bereits auf die Annäherung eines Menschen reagieren und daraufhin entsprechende Aufgaben ausführen können. Grundlage dafür ist die Tatsache, dass die menschliche Haut elektrisch leitfähig ist.

»Skinplex« heißt die von der in Weßling bei München ansässigen Ideenschmiede Ident Technology entwickelte Technologie. Sie basiert auf dem Einsatz elektrischer Felder und Spannungen und bezieht den menschlichen Körper als Schnittstelle für Daten und Aktionen ein – damit rückt der Mensch direkt in den Mittelpunkt der Mensch-Maschine-Kommunikation.

Skinplex macht sich die natürliche Leitfähigkeit der menschlichen Haut zunutze. Das Prinzip: Ein mit Skinplex ausgestattetes elektronisches Gerät erzeugt ein schwaches elektrisches Feld. Nähert sich ein Mensch, leitet er einen Teil dieser minimalen Felder über seinen Körper in die Erde ab. Diese geringfügige Veränderung wird erkannt, ausgewertet und entsprechend in eine Aktion umgesetzt. Damit erkennt das Gerät bereits aus der Entfernung, wenn sich ein Mensch nähert und aus welcher Richtung er kommt. Mittels eines patentierten Elektrodendesigns und intelligenter Softwarealgorithmen lassen sich sowohl die Annäherung an sich als auch die Bewegungen des Benutzers auswerten und in Aktionen umwandeln.

Hinter dem Namen »Skinplex« stehen drei verschiedene Technologien:
• »ULPP« (Ultra Low Power Proximity): Erkennung einer eindimensionalen Annäherung
• »GestIC«: Erkennung von dreidimensionalen Bewegungen im Raum
• »zeropower«: Kabel- und stromloses Sensorsystem

ULPP: Erkennt den Menschen bereits vor der Berührung

Batteriebetriebene Geräte, etwa eine Computermaus, ein Funkkopfhörer oder eine Fernbedienung neigen dazu, immer dann »leer« zu sein, wenn man sie gerade benutzen will. Abhilfe soll hier die Skinplex-Technologie mit ULPP schaffen. Skinplex nutzt die Leitfähigkeit des menschlichen Körpers, um selbst kleinste Veränderungen im kapazitiven Nahfeld bei der Annäherung eines Menschen zu messen. Mit einem extrem geringen Energieaufwand von weniger als 2 µA wird ein elektrisches Feld erzeugt, das sich durch die sich nähernde Person verändert. Das Gerät schaltet sich bereits vor der eigentlichen Berührung ein. Verlässt die Person das exakt definierte elektrische Feld, schaltet sich das Gerät sofort aus. Ein Beispiel ist etwa eine kabellose Computermaus: Greift der Anwender zur Maus, ist sie sofort betriebsbereit, sobald er sie loslässt, geht sie aus und spart Strom.