Große regionale Unterschiede Der europäische Smart-Meter-Markt bis 2017

Das Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan prognostiziert einen enormen Zuwachs beim Liefervolumen von Smart Metern bis 2017. Die Hotspots in Europa sind Frankreich, Spanien, und allen voran Großbritannien, letzteres mit einem Wachstum von 109 Prozent.

Auch wenn viele europäische Staaten derzeit in die intelligenten Zähler investieren, um die von der EU geforderten Energieziele bis 2020 zu erfüllen, gibt es laut Frost & Sullivan innerhalb Europas doch zum Teil ganz erhebliche regionale Unterschiede.

Konkret prognostiziert Frost & Sullivan ein Wachstum von 26 Prozent in Europa, wobei Großbritannien das größte Wachstumspotential unter allen europäischen Ländern aufweist. Die britische Regierung hat angekündigt, bis zum Jahr 2019 insgesamt 53 Millionen der intelligenten Strom- und Gaszähler in privaten Haushalten und Unternehmen zu installieren. Die französische Energieregulierungsbehörde CRE (Commission de régulation de l'énergie) hat ihrerseits Leitlinien herausgebracht, die auf eine verpflichtende Einführung abzielen, durch die alle Stromverbraucher bis 2016 über Smart Meter verfügen müssen. In Deutschland hingegen ist bislang keine verpflichtende Einführung geplant.

Schweden konnte bereits im Jahr 2010 eine 100-prozentige Marktdurchdringung von intelligenten Zählern durchsetzen, während die Umstellung in Italien mit 33,5 Millionen installierten Smart-Meters bis zum Jahr 2010 fast vollständig vollzogen ist. Die drei Hotspots in Europa werden daher mit Sicherheit Frankreich, Spanien und Großbritannien sein, bei denen in den nächsten zwei bis drei Jahren hohe Wachstumsraten bei der Installation von Smart Meters zu erwarten sind.

»Durch die von der britischen Regierung veröffentlichten Pläne für eine Masseninstallation im Jahr 2014 verfügt der britische Smart-Meter-Markt über das höchste Wachstumspotential unter den europäischen Ländern«, erklärt Neha Vikash, Research Associate bei Frost & Sullivan. »Laut unserer Studie ist in Großbritannien von 2010 bis 2017 mit einem Wachstum des Liefervolumens von intelligenten Zählern von 109 Prozent zu rechnen.«

Konkurrenz aus Asien                                                     

Der Wettbewerb auf dem europäischen Smart-Meter-Markt ist sehr ausgeprägt und dürfte sich durch den Einstieg von neuen Marktteilnehmern in Zukunft noch verstärken. Chinesische und andere asiatische Unternehmen werden voraussichtlich im kurz- bis mittelfristigen Zeitraum auf den Markt drängen. Echelon und Landis & Gyr hielten im Jahr fast 90 Prozent der Marktanteile und sind damit die marktbeherrschenden Unternehmen.

Der Betrieb intelligenter Zähler ist von der Netzwerkarchitektur und den Protokollen abhängig. Die fehlende Standardisierung bei den Kommunikationsprotokollen führt zu Problemen bei der Interoperabilität.

»Hersteller, Versorgungsunternehmen, Netzwerkunternehmen, IKT-Unternehmen, Händler sowie Fernüberwachungs- und Automatisierungsunternehmen harren einer Standardisierung bei den Kommunikationsprotokollen«, erklärt Vikash. »Die Standardisierung soll bis 2020 wirksam werden, und ab diesem Zeitpunkt dürfte die Industrie rasant wachsen.«

Zurzeit stehen in Europa einige Länder kurz vor der Vollendung der Umstellung (z.B. Dänemark und Finnland), während andere nur langsam mit der Installation der intelligenten Zähler vorankommen. Einige Länder haben keine verbindlichen Regelungen. Der starken Divergenz im Ausmaß der Smart-Meter-Implementierung bei den verschiedenen europäischen Staaten liegt die Frage zugrunde, wer eigentlich für die Smart-Meter-Einführung zuständig ist, die Regierung oder die Industrie.