Deutlich schneller wachsen als der Markt Ausschließlich Sensoren im Visier

Alexander Everke, ams: »Go big or go home! Da gibt es nichts dazwischen.«
Alexander Everke, ams: »Go big or go home! Da gibt es nichts dazwischen.«

Die Rechnung geht auf: Mit der ausschließlichen Konzentration auf Sensorsysteme gelingt es ams, deutlich schneller zu wachsen als der Markt.

»Wir haben uns über das letzte Jahr stärker verändert, als über viele Jahre zuvor«, sagt Alexander Everke, CEO von ams. Zwar hatte sich das Unternehmen schon vor dem Amtsantritt von Everke zum März 2016 (seit Oktober 2015 als designierter CEO im Vorstand) in Richtung Standardprodukte und Sensoren bewegt, doch innerhalb kurzer Zeit nach Everkes Amtsantritt haben sich die Österreicher nur noch einem Thema verschrieben: Sensoren.

Alle anderen Produktsektoren werden nur insoweit weiter geführt, als sie zu den Sensoren und Sensorsystemen maßgelbliche Differenzierung bringen. Ein schönes Beispiel war der Verkauf der HF-Sparte an NXP (wo Everke zuvor gearbeitet hatte). Nur noch die Sektoren NFC, RFID und Sensor-Tags führt ams weiter – sie stehen in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Erfolg der Sensoren. In diesem Bereich hat ams sogar ein chinesisches Bluetooth-Low-Energy-Engineering-Team übernommen. Denn diesen Teilbereich der drahtlosen Kommunikation betrachtet ams als so entscheidend für die Sensorsysteme, dass das Unternehmen die Entwicklung hier selber vorantreiben will.

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Wie ams fertigt

Alle ICs, die in gängigen Prozesstechniken gefertigt werden, lässt ams künftig in Foundries produzieren. Nur Spezialprozesse, die den Sensor-ICs, Modulen und Schnitstellen-ICs zusätzliche Differenzierung bringen,führt ams in den eigenen Fabs weiter.

Sogar das Power-Management, auf dem lange Zeit ein Schwerpunkt lag, betrachtet Everke jetzt ausschließlich unter diesem Aspekt: Was gut für Sensoren ist und die Sensorsysteme differenziert, wird weiter geführt, der Rest nicht. »Das war ein ganz wichtiger Schritt: Konzentration ausschließlich auf Sensoren.«

Der Markt hat das sofort bemerkt und gibt Everke recht: Die Zahlen zeigen in eine Richtung: nach oben. Das gilt sowohl für Umsatz wie Aktienkurs. Um 22,7 Prozent auf 320,8 Mio. Dollar ist der Umsatz im ersten Halbjahr 2017 gegenüber 2016 in die Höhe gesprungen. Im zweiten Quartal lag das Plus sogar bi 37 Prozent auf 181,5 Mio. Euro. »Wir streben ein Plus von 40 Prozent pro Jahr in neuen Märkten an und wollen insgesamt pro Jahr um 20 Prozent wachsen«, so Everke. Das bedeutet auch: Zweimal schneller wachsen als der Wettbewerb. Die Compound Annual Groth Rate zwischen 2016 und 2019 werde sogar auf 40 Prozent kommen. Mit einem EBIT von 30 Prozent habe das Unternehmen zudem die Kraft, weiteres Wachstum zu finanzieren. Mit einstelligem Wachstum will er sich erst gar nicht befassen: »Go big or go home! Da gibt es nichts dazwischen«, fasst er kurz zusammen.