Rohde & Schwarz / Hameg »An der strategischen Ausrichtung ändert sich nichts«

Roland Steffen, Rohde & Schwarz: »Mit der Umstellung auf das Rohde&Schwarz-Label setzen wir auf einer weltweit bekannten Marke auf und heben uns somit deutlich von asiatischen Anbietern ab.«
Roland Steffen, Rohde & Schwarz: »Mit der Umstellung auf das Rohde&Schwarz-Label setzen wir auf einer weltweit bekannten Marke auf und heben uns somit deutlich von asiatischen Anbietern ab.«

Nach Jahren der getrennten Markenführung verschmelzen die Grenzen zwischen den Produktbereichen von Rohde&Schwarz und deren 100-prozentiger Tochter Hameg Instruments immer stärker. Nun vollziehen die beiden Unternehmen einen weiteren strategischen Schritt hin zu einem einheitlichen Markenauftritt.

Im Interview mit Markt&Technik erklärt Roland Steffen, Leiter des Geschäftsbereichs Messtechnik von Rohde & Schwarz, die Hintergründe.

Markt&Technik: Es steht die Aussage im Raum »Hameg heißt ab Juni Rohde & Schwarz«. Was bedeutet das konkret und was geschieht wirklich?

Roland Steffen: Wir haben beschlossen, neue Hameg-Produkte nur noch unter dem Namen Rohde & Schwarz heraus zu bringen und die bestehenden Produkte schrittweise umzustellen. Im Juni wird Hameg neue Geräte vorstellen, die dann erstmals das Rohde&Schwarz-Label tragen werden. Die Marke Hameg ist ja hauptsächlich nur in Europa mit Schwerpunkt Deutschland bekannt. Außerhalb dieser Märkte müssten wir noch stark in die Bekanntheit der Marke Hameg investieren. Mit der Umstellung auf das Rohde&Schwarz-Label setzen wir auf einer weltweit bekannten Marke auf und heben uns somit deutlich von asiatischen Anbietern ab.

Ist geplant, Hameg in Rohde & Schwarz aufgehen zu lassen, bzw. wie geht es mit den beiden Unternehmen weiter?

Hameg ist und bleibt ein eigenständiges Unternehmen in der Rohde&Schwarz-Firmengruppe, auch wenn es jetzt für seine Produkte die Marke Rohde & Schwarz benutzt. Natürlich arbeiten wir eng zusammen. So werden die Hameg-Produkte bereits seit einigen Jahren in einem Rohde&Schwarz-Werk gefertigt, was sich sehr positiv auf die Feldausfallrate ausgewirkt hat. Als Mitglied der Rohde&Schwarz-Firmengruppe hat Hameg natürlich auch Zugriff auf die technologischen Möglichkeiten eines Großunternehmens und kann so Produkte realisieren, die für ein Einzelunternehmen nicht finanzierbar wären. Es ändert sich also nichts an der strategischen Ausrichtung: Wir wollen Kunden bezahlbare Messtechnik mit optimaler Performance anbieten.

Wie wird sich der Vertrieb der Hameg- und Rohde& Schwarz-Produkte in Zukunft gestalten?

Rohde & Schwarz ist dafür bekannt, seine Produkte über eigene Vertriebsmitarbeiter zu vermarkten, wohingegen Hameg in starkem Maße auch über Distributoren vertreibt. Diese Grenzen werden sich in Zukunft im Rahmen unserer weltweiten Value-Instruments-Initiative immer mehr auflösen. Wir bieten mit unseren Value Instruments ein attraktives Portfolio an Universalmessgeräten im unteren Preissegment an und wollen es über zusätzliche Vertriebskanäle vermarkten. Die Value Instruments wurden und werden von Rohde & Schwarz und Hameg entwickelt. Solch eine konzertierte Aktion kann man aber nicht mit zwei unterschiedlichen Marken bestreiten, so dass langfristig all diese Geräte unter dem Namen »Value Instruments by Rohde & Schwarz« laufen werden.

Welche personellen Änderungen wird es nach dem 1.6. geben?

Wir erwarten keine personellen Änderungen. Allerdings planen wir, unsere Entwicklungsmannschaft an den Hameg-Standorten weiter auszubauen.

Was sind nun die nächsten Schritte für die beiden Unternehmen?

Auf der Logistikseite steht im Vordergrund, die Umbenennung der Hameg-Geräte operativ umzusetzen. Auf der Vermarktungsseite werden wir die Zusammenarbeit mit unseren alten und neuen Distributoren noch stärker intensivieren.

Die Fragen stellte Nicole Wörner.