Wie neue Oszilloskop-Funktionen dabei helfen, Produkte schneller auf den Markt zu bringen Am Ende zählt die Zeitersparnis

Für einen Ingenieur in der Digitaltechnik ist das Oszilloskop das Allround-Tool für Entwicklung und Debugging schlechthin. Jedoch sind die rein technischen Spezifikationen heute nicht mehr allein entscheidend bei der Kaufentscheidung. Zunehmende Bedeutung erlangt die Zeitersparnis, die der Entwickler mit seinem Scope erzielen kann. Agilent setzt dabei auf eine hohe Signalaktualisierungsrate, maßgeschneiderte Applikationen sowie auf einfache Aufrüstbarkeit und Bedienung.

»Wer in den letzten fünf Jahren kein neues Oszilloskop gekauft hat, wird erstaunt sein über die vielen Möglichkeiten, mit denen man mit einem aktuellen Oszilloskop Zeit sparen kann«, sagt Peter Kasenbacher von Agilent. »Einige der neuen Möglichkeiten sind Weiterentwicklungen bisheriger Funktionen - die Prüfung auf Abweichungen von einem Vergleichssignal etwa gibt es seit Jahrzehnten -, doch auch neue Funktionen in heutigen Oszilloskopen können dessen Wert für den Anwender beträchtlich steigern. Einige der neuen Funktionen konnte man sich bis vor einigen Jahren kaum vorstellen, etwa dass ein Oszilloskop ein serielles I²C-Signal in Echtzeit dekodieren kann. Bisher musste der Ent­wick­ler diese Aufgabe mit erheblichem Zeitaufwand manuell durchführen.«

Zeitersparnis durch eine höhere Signal­aktu­ali­sie­rungs­rate

Beim Kauf eines neuen Oszilloskops achten Käufer meist auf Kenndaten wie Bandbreite, Abtast­rate und Speichertiefe und machen davon ihre Kaufentscheidung abhängig. Mehr und mehr aber gerät ein vierter Kennwert ins Blickfeld, nämlich die Signal­aktu­ali­sie­rungs­rate - besonders bei Bench-Oszilloskopen, die primär zur Fehlersuche eingesetzt werden. »Eine hohe Signalaktualisierungsrate gibt dem Entwickler Sicherheit beim Debuggen«, verdeutlicht Kasenbacher. »Ein selten auftretender Fehler kann jeden Zeitplan durcheinander werfen. Solche Fehler sind schwer zu greifen, ihre Beseitigung ist vielleicht die schwierigste Aufgabe für den Ingenieur überhaupt. Mit höherer Signalaktualisierungsrate jedoch steigt die Wahrscheinlichkeit, den Übeltäter zu erwischen.«

Zeit sparen mit maßgeschneiderten Applikationen

Agilent bietet für seine neueste Oszillo­skop-Generation eine ganze Reihe von Applikationen an, mit denen man aus einem normalen Allzweck-Oszilloskop ein maßgeschneidertes Tool für eine spezielle Anwendung machen kann. Es gibt beispielsweise Anwendungspakete, die automatisch das Protokoll auf einem seriellen Bus dekodieren können, ohne dass der Inge­nieur Nullen und Einsen zählen und das Protokoll manuell selbst dekodieren muss. Das spart enorme Zeit. Die Scopes der Agilent-InfiniiVision-Serien erledigen die Dekodierung per Hardware. Das hat nach Überzeugung des Experten zwei große Vorteile:

  • Die Hardware-Dekodierung verlangsamt die Signalaktualisierungsrate nicht. Eine Dekodierung per Software kostet Zeit, die Signalaktualisierungsrate sinkt.
  • Das Oszilloskop reagiert weiterhin normal schnell. Schaltet man die Zeitbasis des Oszilloskops um, ist das neue Bild sofort da. Man muss nicht warten, weil sich das Oszilloskop erst durch die Daten durcharbeiten muss. Mit einem Hardware-Dekodierer funk­tio­niert dies in Echtzeit.

Viele moderne Oszilloskope bieten eine Listenansicht der dekodierten Daten. Eine solche Darstellung (ähnlich der eines Logikanalysators) liefert einen Überblick über die erfassten Daten auf hohem Abstraktionsniveau. Sie erlaubt es dem Entwickler, weg von der physikalischen Schicht (also dem Kurvenzug des Digitalsignals) hin zum Protokoll zu gehen (also den Transaktionen auf dem Bus). Dass man nun die Daten auf Protokollniveau anschauen, in ihnen suchen und von Protokollschritt zu Protokollschritt gehen kann, ermöglichst einen effizienten Umgang mit den großen Speichertiefen heutiger Oszilloskope. Das spart erheblich Zeit.