Globalpress Electronics Summit 2011 UWB ist nicht tot, ganz im Gegenteil: UWB wird zum Mainstream

Der zumindest ist die Überzeugung von Eric Broockman, CEO von Alereon, ein fabless Halbleiterunternehmen, das sich auf UWB-ICs spezialisiert hat. Dass UWB nun doch den Sprung schaffen soll, macht Broockman an der Tatsache fest, dass Samsung diese Technik in seinen Monitoren für den drahtlosen Anschluss an Laptops nutzt.

Broockman weiß selbst, dass UWB (Ultra Wideband) aufgrund des IEEE-Desasters - man konnte sich in der IEEE-Arbeitsgruppe 802.15.3a nicht einigen, was 2005 dazu geführt hat, dass die Arbeitsgruppe aufgelöst wurde – etwas ramponiert war, immerhin wurde schon darüber diskutiert, ob dadurch nicht die gesamte Technik zur Totgeburt wird. Deshalb erklärt er gleich zu Beginn: »Es gibt die Technologie immer noch, auch wenn das den einen oder anderen vielleicht überraschen mag.« Und weiter: »Wir sind anerkanntermaßen das führende Unternehmen in diesem Bereich.« Das liegt vielleicht auch daran, dass Alereon den großen Samsung als strategischen Partner im Rücken hat.

Aber zurück zu UWB, wo liegen die Vorteile? Broockman: »UWB ist einfach besser als WiFi.« Kurz gesagt zeichnet sich UWB durch folgende Punkte aus: hohe Geschwindigkeit; eine hohe Dienstegüte (QoS) für das Streamen von Video; es ist immun gegenüber WiFi-Interferenzen. Broockman erklärt auch, dass UWB sehr batterieeffizient sei und dass mit WiFi das Streamen von Videos sowieso nur sehr schlecht möglich ist. Broockman: »UWB ist viel energieeffizienter als WiFi.« Es werden mehrere Protokolle (TCP/IP, USB overUWB, HDMI to HDMI, Ethernet to Ethernet) unterstützt. Aus der Sicht von Broockman kann UWB Probleme lösen, die WiFi nicht lösen kann. Das sei auch der Grund dafür, warum Intel zumindest mal mit UWB angefangen hat, auch wenn die Entwicklungen später wieder gestoppt wurden. Ein weiterer Vorteil von UWB besteht darin, dass sehr viele Geräte in direkter Nähe zueinander über UWB kommunizieren können, ohne sich gegenseitig zu stören. Außerdem ist das UWB-Spektrum um den Faktor 10 größer als bei WiFi.

Dank dieser Vorteile wird UWB laut Broockmann heute bereits zur kabellosen Anbindung von Desktop-Monitor genutzt. Die von Alereon entwickelte Lösung hierfür kommt auf einen Durchsatz von mehr als 200 MBit/s, und das bei einem Leistungsverbrauch von weniger als 500 mW. Der Dongle mit einer Größe von 16 x 24 mm kann am Laptop angeschlossen bleiben und ist für weniger als 10 Dollar zu haben.

Bald will Alereon eine ähnliche Lösung für den Anschluss an HDTV-Fernseher auf den Markt bringen. In diesem Fall kommt Alereon auf einen Durchsatz von über 800 MBit/s, gleichzeitig gelang es dem Unternehmen aber, die Leistungsaufnahme auf unter 250 mW zu drücken. Der Dongle ist nur 13 x 20 mm groß und soll unter 5 Dollar kosten. Broockman: »Wir haben bereits Alpha-Samples im Labor. Dementsprechend dürfte es noch ungefähr ein Jahr dauern, bis diese Lösung auf den Markt kommen.«