Andere Voraussetzungen für IIoT Thingstream setzt auf Verfügbarkeit statt auf 5G

Neil Hamilton ist VP Business Development von Thingstream
Neil Hamilton ist VP Business Development von Thingstream

Als Anbieter einer globalen IoT-Connectivity-Plattform sieht Thingstream mehr Bandbreite nicht als zwingende Voraussetzung für neue IoT-Dienste, sondern zuverlässige, flächendeckende Verfügbarkeit.

»Wenn es aktuell um das Internet der Dinge geht, verweisen die großen Netzbetreiber oft auf den Ausbau des 5G-Netzes als Voraussetzung für den Durchbruch des IoT. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Gb/s ist 5G als neueste Generation der mobilen Datenübertragung bis zu 1000-mal schneller als 4G. Bereits die durch 4G erzielten Vorteile sind in Unternehmen spürbar, deren Mitarbeiter häufig unterwegs sind«, erklärt Neil Hamilton, VP Business Development bei Thingstream. »3G dürfte den modernen mobilen Arbeitsanforderungen auf Dauer kaum mehr gerecht werden. In städtischen Zentren sind die Kapazitäten zu den Stoßzeiten bereits überlastet.«

Statt auf 5G- oder halbwegs flächendeckende 4G-Netze zu warten, sei für ihn die effiziente und intelligente Nutzung der vorhandenen Mobilfunkinfrastruktur der bessere Weg für viele IoT-Anwendungen, bei denen die „Dinge“ nur geringe Datenmengen austauschen. Der Ansatz von Thingstream sieht daher vor, auf das konventionelle und sehr dichte GSM-Netz in Verbindung mit MQTT/SN (MQTT for Sensor Networks; MQTT = Message Queue Telemetry Transport) über USSD (Unstructured Supplementary Service Data) zurückzugreifen, sprich: MQTT over USSD.

IoT profitiert zwar von einer größeren Gesamtkapazität aller Netze, aber benötigt keine Bandbreiten im Bereich von 4G (heute LTE) oder gar 5G - das Nutzungsspektrum des industriellen IoT ist meist völlig anders. Die Mobilfunkindustrie hat dennoch das Thema IoT eng mit 5G verknüpft, um den Netzausbau zu forcieren, der auch mitfinanziert werden muss von potenziellen Nutzern.

Immerhin gibt es die Möglichkeit, die superschnellen Netze in einen stromsparenden Modus zu schalten, wenn Bytes und nicht Megabytes bewegt werden. Bei 4G wäre dies die LTE Cat 1-M. Auch 4G ist aber nicht flächendeckend verfügbar, was eine Voraussetzung für eine zuverlässige IoT-Nutzung wäre. Und 5G wird heute erst in einigen Metropolregionen erprobt, aber der gesamte Markt ist fragmentiert, schlechte Voraussetzungen für ein konsistentes IoT-Netz, das von einer flächendeckenden Versorgung noch weit entfernt ist.

Nach Meinung von Thingstream ist für den Erfolg von IoT-Diensten und -Produkten aktuell nicht größere Bandbreite die zwingende Voraussetzung, sondern die effiziente und intelligente Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. »Die Kombination aus USSD, MQTT/SN und einem globalen, nahezu flächendeckend verfügbaren GSM-Netz ist für gängige IoT-Anforderungen ein zukunftsweisendes Konzept. So können kleine Datenmengen schnell und äußerst zuverlässig zu geringen Kosten versendet werden«, erläutert Hamilton.

Eine aktuelle Studie von IDC untermauert diesen Ansatz. Dabei wurden 553 Entscheider aus europäischen Unternehmen zu den Anforderungen an die Infrastruktur und Netzwerke befragt. So messen die Verantwortlichen der Infrastruktur eine große Bedeutung zu, wobei in vielen Fällen gerade die Infrastruktur zu Verzögerungen oder zum Scheitern von IoT-Projekten führte. Hier ließen sich mit heute bereits verfügbarer Kommunikationstechnologie und bestehenden flächendeckenden Netzen viele IoT-Projekte erfolgreich und kosteneffizient umsetzen.