Mikron RFID-ICs aus Russland

Der russische Halbleiterhersteller Mikron will in Europa Fuß fassen, etwa mit Komponten wie RFID-Chips und Analog-ICs. Neben der Markterschließung via Distribution geht es auch um weitere Technologie-Partnerschaften.

»Unser klares Ziel sind langfristige, technische Kooperationen mit Partnern«, betont Andrey Golushko, Chief Commercial Officer bei Mikron. Nur so ließen sich die immensen Investitionskosten im HL-Segment schultern. Eine derartige Partnerschaft gibt es bereits seit 2006 mit STMicroelectronics, mittlerweile zählt auch Fraunhofer zu den Partnern. Zwischen 15 und 20 Prozent des Umsatzes in Höhe von rund 300 Mio. Dollar investiert Mikron in Forschung&Entwicklung. Rund 300 Mitarbeiter sind in sämtlichen F&E-Bereichen aktiv.

Das Portfolio von Mikron umfasst derzeit 500 verschiedene IC-Typen. Eine wichtige Säule sind RFID-Produkte (Radio Frequency Identification), die rund 40 Prozent des Umsatzes ausmachen. Selbst hergestellt werden die Chips, das Inlay und auch die RFID-Karte, die auf eigenem Design basierende Antenne wird von einem Zulieferer bezogen. Wichtigstes Produkt sind Transport-Tickets, von denen pro Jahr 300 Mio. Stück produziert werden. Die augenblicklichen Fertigungskapazitäten betragen 40 Mio. Units pro Monat, also knapp 500 Mio. im Jahr. Produziert werden die RFID-Chips in einer 8-Zoll-Fab in Selenograd nahe Moskau in 180- und 90-nm-Technik. Die monatliche Wafer-Kapazität für RFID- und SIM-Karten-ICs beläuft sich in Selenograd auf 3500 Wafer.

6-Zoll-Wafer-Fabs gibt es in Selenograd und Woronesch, rund 500 km südöstlich von Moskau gelegen: In Selenograd werden Analog-ICs produziert, zu den Typen zählen DC/DC-Wandler, LDOs und LED-Treiber. Die Anlage in Woronesch fokussiert auf spezielle Schottky-Dioden und Leistungshalbleiter. Das Backend von Analog-ICs erfolgt in China.

Golushko legt Wert darauf, dass Mikron »in Europa zwar ein Newcomer ist, aber kein Startup-Unternehmen«. Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1964 in der Sowjetunion für militärische Zwecke. Von diesem Standbein hat man sich inzwischen getrennt. In Asien hingegen ist Mikron kein unbeschriebenes Blatt mehr, seit 20 Jahren hat man dort Kunden.

In EMEA hingegen gebe es bis dato »kaum Kunden«, doch das will man nun ändern. Als Representative arbeitet seit kurzem Go Global Representation für Mikron. Laut dessen Geschäftsführer Siegmar Hausberger geht es vorrangig darum, »ein Netzwerk aufzubauen und geeignete Spezial-Distributoren zu finden«. Broadline-Distributoren kämen »definitiv nicht in Frage«.