Investitionsboom und rasantes Marktwachstum Mobilfunk und WLAN wachsen und koexistieren

Sowohl der Markt als auch die Technik für Funknetze sind vielfältig: Die Anwendungen erstrecken sich von der sporadischen Übertragung weniger Daten bis hin zur intensiven Übertragung großer Datenmengen, über kurze Distanzen bis zur Welt umspannenden Kommunikation.

Manche Netze können Privatleute in Eigenregie aufbauen, für andere sind große Netzbetreiber (Provider) zuständig, die einem globalen Publikum globale und mobile Kommunikationsdienstleistungen verkaufen. Besonders der letztgenannte Mobilfunk hat in den vergangenen Dekaden eine atemberaubende Entwicklung durchgemacht, deren Ende noch nicht abzusehen ist.

Flatrate ist eines der Phänomene, die den Mobilfunk weiterbringen dürften. Verlangten die Netzbetreiber anfänglich noch (teils horrende) Entgelte für jede einzelne Verbindung und für jede Minute, in der ein Teilnehmer den Äther belegte, geht der Trend schon seit einiger Zeit dorthin, dass der Kunde nur noch eine Nutzungspauschale (die Flatrate) für eine bestimmte Leistungsart zahlt. Die Pauschalierung führt zu dem, was man aus dem Pauschaltourismus schon lange kennt: Weil die Leistung schon bezahlt ist, will man sie auch nutzen, vielleicht sogar mehr, als man sie braucht. Wer in Analogie dazu fürs mobile Surfen bezahlt hat, surft auch mehr, als er es sonst täte. Gleichzeitig nimmt auch das Verkehrsinteresse für die breitbandige Video-Übertragung zu. Die Folge ist eine deutlich höhere Verkehrslast, die die Mobiltechnik bewältigen muss.

Der Markt verlangt daher nach Techniken, die es schaffen, das Funkspektrum bei hoher Datenrate immer effizienter zu nutzen. Und das Ganze soll auch noch mit möglichst geringer Sendeleistung in möglichst kleinen Zellen stattfinden, so dass man das kostbare Funkspektrum (global gesehen) gleichzeitig millionenfach nutzen kann. Das erste, in Europa entwickelte, digitale Funksystem GSM ist hierfür nicht optimal ausgelegt. Zwar änderte man die ursprüngliche Bedeutung von »Groupe Spécial Mobile« in »Globales System für Mobilkommunikation« (Global System for Mobile Communication), jedoch reichte die Namensänderung natürlich nicht aus. So entstand das »Universelle Mobile Telekommunikationssystem« UMTS (das dem Namen zufolge sogar universelle Bedeutung für sich beanspruchte), welches man kurzerhand auch bald fast nur noch als 3G (dritte Generation) bezeichnete.