Nanotron: Location Awareness Mit Ortsdaten und Analytics neue Geschäftsmodelle aufsetzen

Dr. Thomas Förste, Nanotron: »Unsere Kunden können sich die für sie am besten geeigneten Funktechniken für die Lokalisierung auswählen, die entsprechenden Sensoren einbinden, und sie mit Location Data Analytics kombinieren. So erfüllen ihre Systeme sowohl die Sicherheits- als auch die Leistungsanforderungen, die ihre jeweiligen Zielmärkte an sie stellen.«
Dr. Thomas Förste, Nanotron: »Unsere Kunden können sich die für sie am besten geeigneten Funktechniken für die Lokalisierung auswählen, die entsprechenden Sensoren einbinden, und sie mit Location Data Analytics kombinieren. So erfüllen ihre Systeme sowohl die Sicherheits- als auch die Leistungsanforderungen, die ihre jeweiligen Zielmärkte an sie stellen.«

Location-Awareness – auf diesen vielversprechenden Markt will sich die kürzlich von Sensera erworbene Nanotron fokussieren. Eine entsprechende Plattform arbeitet bereits.

»Wir verbinden ortsbezogene Daten mit einer umfangreichen Auswertung dieser Daten – Location Analytics – zu einer durchgängigen End-to-End-Sensor-Überwachung im Internet of Things. Mit der Location-Awarness-IoT-Plattform wissen die Anwender, was wann wo passiert, und zwar rund um die Uhr. Diese Location-Running-Funktion ist oft geschäftsentscheidend, denn nur so lassen sich die richtigen Schlüsse ziehen und neue Geschäftsmodelle aufbauen«, sagt Dr. Thomas Förste, Vice President Sales and Marketing von Nanotron Technologies.

Seit dem Sensera das Berliner Unternehmen im September 2017 übernommen hat, visiert Nanotron vor allem die Märkte Landwirtschaft und Bergbau an. Nantron bringt das Wissen um das Sammeln ortbezogener  Daten und deren Analyse ein, Sensera kommt aus der Medizintechnik und entwickelt MEMS-Sensoren, beispielsweise für  die Detektion von Gasen, aber auch MEMS für die Dosierung von Stoffen.

Erst kürzlich hat Nanotron mit der in Österreich ansässigen Smartbow, ein exklusives Lieferabkommen für Location-Chips (Integration Location Controller) geschlossen. Smartbow-Firmengründer Wolfgang Auer hat  mit »Eartag LIFE« eine Ohrmarke für Tiere entwickelt, in der Sensoren stecken, die ihre Daten über Funk weitergeben. Der Grundgedanke dahinter: Der Landwirt soll immer wissen, wie es den Tieren geht – unabhängig davon, wo er sich gerade befindet. Inzwischen arbeitet Smartbow eng mit der aus Pfizer hervorgegangenen Zoetis zusammen, ein 5-Mrd.-Dollar-Unternehmen und Marktführer rund um Produkte für die landwirtschaftliche Tierhaltung konzentriert. »Jetzt baut Smartbow massiv aus und bringt viele Systeme ins Feld«, sagt Förste.

Außerdem hat Nanotron im Sektor Bergbau bereits zahlreiche Design-Wins realisiert. Förste: »Jetzt kommt es darauf an, wir mit diesen Projekten wachsen in Umsatz und steigende Stückzahlen zu bringen.« Mit Sensera, die seit 2016 an der Börse ist und hat Ende letzten Jahres erfolgreich Aktien im Wert von 7 Mio. Dollar platziert hat, sei es jetzt möglich, weiteres Wachstum und die Weiterentwicklung der Technik zu finanzieren, um die Vision der End-to-End-Sensorsysteme für die IoT-Welt wahr werden zu lassen.

Die neue »Location-Aware«-Plattform von Nanotron kann mit verschiedenen HF-Übertragungsverfahren wie Chirp-Spread-Spectrum (Chirp) und Ultra-Wide-Band (UWB) sowie mit Tim-of Flight (TOF) und Time-Difference-of-Arrival (TDOA) arbeiten, um festzustellen, wo sich ein Gerät befindet. TOF übernimmt dabei die Aufgabe, im Nahbereich zu überwachen, beispielsweise um Kollisionen zu vermeiden. TDOA eignet sich, um große Gruppen zu orten und kontinuierlich zu verfolgen. Förste: »Diese Kombination liefert die erforderlichen Ortsdaten, aus denen sich relevante übergeordnete Informationen für das System ableiten lassen.«

Genau das macht das Software-Paket Location Analytics von Nanotron:  »Location Analytics schlägt die Brücke zwischen den ortsbezogenen Daten und der jeweiligen Zielanwendung«, erklärt Förste. »Unsere Kunden können sich die für sie am besten geeigneten Funktechniken für die Lokalisierung auswählen, die entsprechenden Sensoren einbinden, und sie mit Location Data Analytics kombinieren. So erfüllen ihre Systeme sowohl die Sicherheits- als auch die Leistungsanforderungen, die ihre jeweiligen Zielmärkte an sie stellen.« Location Analytics holt die wichtigen Informationen  aus den ortsbezogenen Daten heraus, die für die jeweiligen Einsatz der Systeme tatsächlich relevant sind und bindet dazu auch weitere Daten aus dem Umfeld ein. Das wiederum führt dazu, dass die Betreiber der Systeme Einblick in komplexe Geschäftsprozesse erhalten – tiefer und besser als das bisher möglich war. So erlaubt es die Location-Aware-IoT-Platform von Nanotron in Verbindung mit Location Analytics, Geschäftsprozesse an die jeweils herrschenden Bedingungen im Umfeld anzupassen und zu optimieren.

Diese Plattformen müssen flexibel sein, um sich schnell auf die speziellen Anforderungen für den Einsatz zuschneiden zu lassen und die spezifischen Probleme lösen zu können. Um beispielsweise Nutztiere wie Milchkühe zu überwachen, müssen die Batterien in den Sensor-Tags, die an ihren Ohren angebracht sind, mindestens sechs Monate halten. Zudem müssen die Sensorknoten und die mit ihnen verbundene Infrastruktur in sehr rauen und schwierigen Umgebungen verlässlich funktionieren, um die Daten der Tiere durchgehend aufnehmen zu können.