BITKOM-Umfrage Mehrheit für Handy-Nutzung im Flugzeug

Die Mehrheit der Deutschen will im Flugzeug ein Mobiltelefon nutzen
Die Mehrheit der Deutschen will im Flugzeug ein Mobiltelefon nutzen

Zwei von drei Deutschen (66 %) möchten ihr Handy oder Smartphone zumindest eingeschränkt auch während eines Fluges benutzen dürfen, 33 % der Bundesbürger wollen, dass die Geräte auch weiterhin zwischen Start und Landung ausgeschaltet bleiben müssen. Das ergab eine aktuelle Studie des BITKOM-Verbandes.

Damit belegt die Studie den Trend hin zu einer größeren Akzeptanz des Mobilfunks über den Wolken, denn vor drei Jahren noch hatte eine klare Mehrheit von 55 Prozent der Befragten die Handynutzung an Bord abgelehnt.

Eine Generationenfrage

Die größte Zustimmung zum Telefonieren und Surfen über den Wolken gibt es hierzulande bei den 30- bis 49-Jährigen. Mehr als drei Viertel (78 Prozent) sind dafür, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 73 Prozent. Am skeptischsten gegenüber einer Lockerung des Verbots sind die Älteren ab 65 Jahren. Doch auch hier gibt es mit 48 Prozent Zustimmung und 45 Prozent Ablehnung eine knappe Mehrheit für die Aufhebung des Handy-Verbots.

Zwischen den Geschlechtern sind die Unterschiede gering: Bei den Männern wollen 70 Prozent die Telefon-Nutzung während des Fluges zulassen, bei den Frauen sind es 63 Prozent.

Bedenken gegen uneingeschränkte Handy-Nutzung

Allerdings spricht sich nur rund jeder Vierte (26 Prozent) für eine uneingeschränkte Handy-Nutzung im Flugzeug aus. 18 Prozent wollen lediglich die Nutzung von mobilen Datendiensten wie SMS oder Internet zulassen, bei denen die Mitreisenden kaum gestört werden. 14 Prozent wollen Handys auf bestimmte Bereiche im Flugzeug begrenzen, ähnlich wie es die Deutsche Bahn in ihren Zügen bereits eingeführt hat. Weitere 8 Prozent nennen als Voraussetzung für die Handerlaubnis, dass nur mobile Datendienste in besonders ausgewiesenen Sitzreihen erlaubt sind.

Technisch kein Problem, aber…

Technisch spricht nach Angaben von BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder schon lange nichts mehr für das generelle Handy-Verbot an Bord. So prüft unter anderem die US-Aufsichtsbehörde für Telekommunikation (FCC), das Telefonieren während des Fluges künftig zu erlauben. Dennoch hat jeder fünfte Deutsche (20 Prozent) Sorge, dass durch die Handys die Bordelektronik letztlich doch gestört werden könnte.

Um Mobilfunk im Flugzeug zu ermöglichen, muss die Fluggesellschaft eine Basisstation an Bord der Maschine installieren. Diese leitet Gespräche der Fluggäste über eine Außenantenne an einen Satelliten weiter. Auch SMS und mobiles Internet sind möglich. Bei diesem Verfahren wird die Bord-Elektronik des Flugzeugs nicht gestört. Eine Flughöhe von 3000 Metern ist nötig, auch um Störungen der Handynetze am Boden zu vermeiden.