Geringe Leistungsaufnahme, verbesserte Stabilität und reduzierte Systemkosten Leistungsschub für optische Netze

Lantiq integriert die Ansteuerung der optischen Komponenten in seine GPON-SoC-Familie »Falc On« und will so den Weg frei machen für erheblich höhere Integrationsgrade künftiger Netzwerkgenerationen.

Lantiq kündigte den weltweit ersten System-on-Chip (SoC) für GPON (Gigabit Passive Optical Network) an, die erstmals die Ansteuerung der Laserdiode, Monitordiode sowie APD (Avalanche Photodiode) für ONT-Anwendungen (Optical Network Termination) integriert hat. Durch diesen innovativen Ansatz der »Falc On«-SoC-Familie können Systemhersteller ihre Bauteilkosten für die optischen Komponenten um bis zu 40 Prozent senken. Gleichzeitig wird die Robustheit des optischen Netzwerkes verbessert, der Platzbedarf für ONT-Anwendungen erheblich reduziert und die Energieeffizienz deutlich erhöht: Die Leistungsaufnahme für ONTs auf Basis der GPON-SoCs liegt laut Lantiq um 65 Prozent unter den Vorgaben des European Code of Conduct (CoC) für das Jahr 2011, sowie unterhalb der derzeitigen CoC-Effizienz-Empfehlungen für 2013.

Lantiq adressiert mit der Bausteinfamilie einen sehr schnell wachsenden Markt: So erwarten die Marktanalysten von Infonetics für das Jahr 2014 mehr als 46 Mio. GPON-FTTH-Subscriber (Glasfaser bis zum Haus/Gebäude), im Vergleich zu etwa 2,9 Mio. des Jahres 2009. Allein für GPON-ONT-Equipment liegen die Prognosen bis 2014 bei einem Volumen von 2,5 Mrd. Dollar.

Mit Chip-Gehäuseabmessungen von 17 mm x 17 mm ermöglichen die neuen Bauelemente besonders Platz sparende Designs: So ist eine auf Falc-On-basierte komplette SFU (Single Family Unit) mit einem 1000Base-T-LAN-Port auf der Größe einer Visitenkarte (50 mm x 80 mm) realisierbar.

Die Falc-On-Familie umfasst mehrere SoCs für verschiedene FTTH/FTTB-Applikationen: Der »Falc On-D« zielt auf GPON-SFU-Geräte mit reiner Datenübertragung, der »Falc On-V« fokussiert auf GPON-SFUs mit Sprach- und Datenübertragung, während der »Falc On-M« für MDU- (Multi Dwelling Unit) und CBU-Anwendung (Cellular Backhaul Unit) prädestiniert ist. Die Bausteine bieten bis zu vier Gigabit-Ethernet-Schnittstellen für den Datentransfer. On-chip-Voice-Processing ermöglicht zusammen mit externen SLIC-Bausteinen bis zu vier FXS-Ports. Ein leistungsfähiger Embedded-Netzwerkprozessor und ein Hardware basiertes Traffic-Management unterstützen alle Anforderungen gemäß Broadband Forum TR-156 und ITU-T OMCI G.984.4/G.988, unabhängig von der Applikationsprozessierung auf der CPU.

Alle drei neuen Familienmitglieder verfügen über einen integrierten Burst-Mode-Lasertreiber und eine integrierte APD/PIN-Receiver-Steuerungsschaltung - dadurch ist ein direkter Anschluss an preisgünstige Standard-BiDi-Optical-Sub-Assembly-Komponenten (BOSA) möglich. Durch diesen Ansatz können Systemhersteller GPON-ONT-Lösungen realisieren, ohne teure und flächenintensive optische Transceiver-Module einsetzen zu müssen.

Die Kombination aus integrierter Ansteuerungsschaltung der optischen Bauelemente mit ITU-T-G.984-kompatiblem GPON-MAC und On-Chip-CPU in den Falc-On-Chips ermöglicht eine automatische Kalibrierung bzw. Kompensation von Schwankungen optischer Komponenten. Dadurch können effizientere Fertigungsprozesse, Langzeitstabilität, erhöhte Robustheit des optischen Netzwerks und eine verbesserte Performance des optischen Systems, entsprechend dem ITU-T G.984.2-Standard erzielt werden.