Kommunikationsprotokoll Hermes bringt Industrie 4.0 in die SMT-Linie 

Im April stellte die Initiative »The Hermes Standard« ihr gleichnamiges Kommunikationsprotokoll für die SMT-Linie vor. Auf der productronica werden erste Implementierungsprojekte und Use-Cases des neuen Protokolls erwartet.

Hermes ist die bislang größte De-facto-Standardisierungs-Initiative von Maschinenherstellern in der SMT-Industrie. Sie besteht derzeit aus ASM Assembly Systems/Siplace, Asys, Cyberoptics, Ersa, Kic, Koh Young, Mirtec, Mycronic, Nutek, Omron, Parmi, Rehm, Saki, SMT, Viscon, Yamaha und YJ Link. Den Vorsitz hat aktuell ASM, vertreten durch Thomas Bliem, Direktor Produktmarketing Placement von ASM. 

Die Spezifikation ist inzwischen veröffentlicht und unter www.the-hermes-standard.info frei verfügbar. Wie Hermes in der Praxis funktionieren soll, zeigen einige Hersteller auf der productronica, teils aber noch nicht an der Maschine selbst, sondern als virtuelle Animationen. Der Hermes Standard ist ein offenes, nicht proprietäres und herstellerunabhängiges Protokoll auf Basis von TCP / IP und XML für die Kommunikation zwischen Maschinen in SMT-Linien. Es bietet flexible Datenstrukturen für den nahtlosen Austausch aller wichtigen Arten von Leiterplatten-Daten wie Dimensionen und unterschiedlichen ID-Typen. Dadurch ist es möglich, jede zu montierende Leiterplatte zu verfolgen, ohne dass Barcodes oder andere ID-Tags an jeder Maschine wiederholt gelesen werden müssen.

Damit ist der Hermes Standard ein entscheidender Faktor für ein kontrolliertes und transparentes Board Flow Management über bestehende Restriktionen der alten SMEMA-Welt hinaus in Richtung Industrie 4.0. »Die Smart Factory setzt die Vernetzung der gesamten Fertigung voraus. Verschiedene Anlagenhersteller der Branche müssen zusammenrücken, um den Kunden intelligente, aber auch einfache Lösungen zu bieten«, verkündet Florian Ritter, Manager Business & Product Portfolio Development von Asys.

Lange verhinderte die ausgeprägte Konkurrenz innerhalb der SMT-Maschinenindustrie einen so breiten Konsens. Nun wollen auch Konkurrenten an einem Strang ziehen. »Und das ist gut so«, sagt Thomas Bliem, »wir alle haben erkannt, dass es neben dem Schwarzweiß-Konkurrenzdenken im Alltagsgeschäft noch ein Hermes-Grün geben kann, mit dem wir gemeinsam mehr erreichen können. Und ich rechne fest damit, dass noch viele weitere Firmen aufspringen werden, denn es haben bereits weitere Firmen Interesse angemeldet, und es laufen entsprechende Gespräche. Angesichts der neuen Art der Zusammenarbeit bedarf es vielleicht etwas Mut und Zeit, aber ich sehe kein einziges stichhaltiges Argument, sich nicht zu beteiligen.«