Lenovo übernimmt Motorola Google verkauft Handy-Geschäft für 2,9 Mrd. Dollar

Larry Page, CEO von Google

12,5 Mrd. Dollar in 2,9 Mrd. Dollar verwandeln – wie das innerhalb von weniger als zwei Jahren geht, hat jetzt Google gezeigt: für 2,9 Mrd. Dollar verkauft das Unternehmen Motorola an Lenovo.

Allerdings behält Google einen Großteil der Patente von Motorola, »um das Android-Ökosystem zu verteidigen«, wie Larry Page, CEO von Google, verlauten ließ. Die Patente von Motorola dürften auch der Hauptgrund für die Übernahme der Mobiltelefonsparte von Motorola im August 2011 für 12,5 Mrd. Dollar gewesen sein. Google wird Lenovo über Lizenzen Zugang zu den Patenten geben, außerdem übernimmt Lenovo rund 2000 Patente direkt. Laut Larry Page sei das Unternehmen unter dem Dach eines schnell wachsenden PC-Herstellers in dem durch einen äußerst starken Wettbewerb geprägtem Marktumfeld am besten aufgehoben. Google könne sich nun auf Android konzentrieren.

Lenovo hat schon in der Vergangenheit bewiesen, dass das Unternehmen starke Marken – wie IBM Think – integrieren und erfolgreich machen kann. Ich bin mir sicher, dass wir damit eine gute Grundlage für die Zukunft legen«, sagt Yang Yuanqing, Chairman und CEO von Lenovo. Erst letzte Woche hatte Lenova angekündigt, den x86-Server-Bereich von IBM für 2,3 Mrd. Dollar kaufen zu wollen.

Motorola Mobility ist derzeit die Nummer 3 unter den Android-Smartphone-Herstellern in den USA und Nummer 3 in Lateinamerika, wie Lenovo in der Pressemitteilung zur Übernahme erklärt. Laut Strategic Analytics wird Motorola in Kombination mit Lenovo mit einem Marktanteil von 6 Prozent der drittgrößte Smartphone-Hersteller der Welt hinter Samsung (32 Prozent) und Apple (15 Prozent).

Damit trennt sich Google von dem verlustreichen Handy-Geschäft, auch wenn Larry Page sich in einer Stellungnahme zum Verkauf sehr zufrieden über die neuen Modelle Moto G und Moto X äußert und das Unternehmen damit für dieses Jahr gut aufgestellt sieht.

Keine Umkehr der Hardware-Strategie

Larry Page weist in der Stellungnahme ausdrücklich darauf hin, dass der Verkauf von Motorola keinen Wechsel für die Hardware-Strategie des Unternehmens insgesamt bedeute. »Die Märkte für Wearables und für Homes seien von einer anderen Dynamik geprägt und befänden sich auf einem anderen Entwicklungsstadium als der Markt für Mobiltelefone. Damit bezieht er sich unter anderem auf die kürzlich erfolgte Übernahme von Nest, einem Hersteller von selbstlernenden Thermostaten und Rauchmeldern, für die Google 3,2 Mrd. Dollar bezahlt. »Wir haben die Chance, tolle neue Produkte für diese sich entwickelnden Ökosysteme zu bauen.«

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Motorola & Google

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