Der Rollout startet jetzt Digimondo – Low-Power-WANs für Smart Cities

Neue Geschäftsmodelle

Doch was lässt sich am Ende mit der Infrastruktur anfangen? Den ersten Anwendungsfall, an dem E.ON selbstverständlich sehr interessiert ist, zeigt schon das Pilotprojekt in Gehrden: Zählerfernauslesung. "Das ist schon mal ein erster Schritt auf dem Weg zur Smart City", erklärt Marcus Walena.

Eine weitere interessante Anwendung ist die Überwachung der Luftverschmutzung in Städten. Heute gibt es in deutschen Städten meist nur wenige Messstationen, die die Luftverschmutzung ermitteln. "Wir wollen in Großstädten im ersten Schritt bis zu 40 Stationen integrieren und die aktuellen Messwerte in Realtime an die Einwohner weitergeben", erklärt Walena. "Das hat für die Menschen, die Städte, aber auch für die Industrie einen sehr hohen Wert."

Ebenfalls interessant für Städte ist die Steuerung der Straßenbeleuchtung. Lampen, die ausgefallen sind, können dann melden, dass sie repariert werden müssen. Es ließen sich Straßenzüge oder Quartiere entsprechend der Zeit oder dem Verkehrsaufkommen dimmen, um Energie zu sparen. Und es sind viele weitere Möglichkeiten denkbar, die die Stadt insgesamt intelligenter machen.

Ein weiterer Anwendungsfall ist das Asset Tracking: Sind beispielsweise Container mit LoRa-Modulen ausgestattet, lässt sich jederzeit ihr Standort ermitteln. Wie dies funktioniert, zeigt Digimondo an Segelbooten in Hamburg. An dieser Demonstration können sich Interessenten ein Bild darüber machen, wie sie ihre eigenen Tracking-System aufbauen können.

Weitere Möglichkeiten eröffnet der "Go-Button". Die Anwender können selbst bestimmen, mit welcher Funktion sie diesen Knopf belegen. Das können Bestellungen sein, etwa bei einem Pizzadienst. Biertische in Biergärten ließen sich damit ausstatten, um Bestellungen aufzugeben. In Kühlhäusern müssen Mitarbeiter alle paar Minuten auf den Knopf drücken. Wenn nicht, wird ein Alarm ausgelöst.

Weitere Geschäftsmodelle finden sich in Produktionsumgebungen, Schlagwort Industrie 4.0. Auch hier kann der kontextfreie Knopf eingesetzt werden, um bestimmte Aktivitäten zu initiieren. In Produktionsumgebungen kommen sogar die elektronischen Zähler wieder ins Spiel: In manchen Betrieben messen Hunderte von Zählern die Energieverbräuche in den unterschiedlichen Bereichen.

Diese Messungen sind wichtig, um die entsprechenden Kosten in das Controlling einfließen zu lassen. Die Zähler über die Anbindung an LoRa jetzt bequem jeden Monat auslesen zu können, stellt für viele Betriebe eine enorme Entlastung dar, weil sie nicht mehr monatlich von Mitarbeitern abgelesen werden müssen. "Da werden uns die Zähler geradezu aus den Händen gerissen, weil sie die preisgünstigsten am Markt in Anschaffung und Betrieb sind und sehr verlässlich und hochsicher funktionieren. Diese Anwender freuen sich wirklich darüber", sagt Walena. Das Beispiel zeigt auch, wie die verschiedenen Bereiche von IoT, Industrial IoT und Industrie 4.0 bis hin zu Smart Cities zusammenwachsen und ineinandergreifen. "In diesem Rahmen, davon bin ich überzeugt, wird LoRa ein echter Game-Changer", erklärt Walena.