Low-Power-WAN im Einsatz »Die Nachfrage nach LoRa ist enorm!«

Dass LoRa eine vielversprechende Technik für die drahtlose Einbindung der Dinge ins IoT ist, war auf der embedded world in diesem Jahr deutlich zu sehen. An vielen Ständen demonstrierten die Ausssteller, wie es funktionert und was sich damit machen lässt.

Auf verschiedenen Ständen auf der embedded world in Nürnberg war auf Monitoren folgendes Bild zu sehen: Auf dem Hintergrund des Nürnberger Stadtplans wurde der aktuelle Standort von 60 Taxis in der Stadt und im Umfeld bis hin zum Flughafen angezeigt, und man konnte verfolgen, wie sie sich fortbewegten. Die Taxis standen mit nur drei über das Stadtgebiet verteilten LoRa-Gateways in Verbindung, die mit dem von Digimondo bereitgestellten Server kommunizierten.

Die Initiatoren dieser Demonstration - Semtech und die LoRa Alliance - wollten damit zeigen, dass ihr System funktioniert und was es bietet: vor allem eine verlässliche Kommunikation und eine hohe Reichweite von bis zu 15 km - und das im unlizenzierten Frequenzband von 868 MHz. Weil bisher in den unlizenzierten Bändern die Reichweiten auf kurze Distanzen beschränkt waren, eröffnet LoRa vollkommen neue Möglichkeiten für IoT, solange die Anwendungen nicht nach hohen Datenraten verlangen. Dafür bietet LoRa zudem einen äußerst günstigen Preis: Module für die Endgeräte wie das iM880B-L von IMST liegen bei unter 10 Dollar. In hohen Stückzahlen dürften die Preise weiter fallen und die notwendigen Transceiverchips in den Bereich bis hinunter zu 1 Dollar kommen. Die Transceiver für die Basisstationen (Vorsicht: im LoRa-Jargon heißen sie Gateways, was im Vergleich zu anderen Systemen zu Verwirrungen sorgen kann) sind deutlich teurer, dafür lassen sich aber auch Hunderte von Endgeräten mit der Basisstation verbinden.

Semtech war 2012 mit der Übernahme der französischen Firma Cycleo als IC-Hersteller in den LPWAN-Markt eingestiegen und hatte die Technik des Unternehmens - LoRa (die Abkürzung steht einfach für Long Range) - übernommen. Inzwischen hat Semtech die LoRa-Allianz gegründet, und es gibt weitere Hardware-Hersteller, die inzwischen LoRa-Chips liefern. Dazu gehören Microchip und ST. Der deutsche HF-Spezialist IMST war einer der Aussteller auf der embedded world, der mit seinen Produkten an der LoRa-Demonstration beteiligt war und sie auf seinem Stand zeigte. IMST arbeitet schon seit mehreren Jahren eng mit Semtech zusammen und beschäftigt sich intensiv mit LoRa. Inzwischen bietet IMST verschiedene Funkmodule sowohl für LoRa-Gateways als auch für Endgeräte an. "Das Interesse an LPWAN und insbesondere LoRa ist auf der embedded world in diesem Jahr enorm, wir haben kaum über etwas anderes gesprochen", sagte Dirk Sollbach, Vertriebsleiter Wireless Solutions gegenüber Markt&Technik am Vormittag des dritten Messetages.