Chaos-Computer-Club-Kongress Die Grenzen der Freiheit

Der Whistleblower Edward Snowden spricht während des 34. Chaos Communication Congress (34c3) in Leipzig auf einer Videowand aus seinem russischen Exil.
Der Whistleblower Edward Snowden spricht während des 34. Chaos Communication Congress (34c3) in Leipzig auf einer Videowand aus seinem russischen Exil.

Wie sinnvoll ist die Sicherheitspolitik der Bundesregierung? Wo sind die Grenzen der Pressefreiheit? Und warum sollten sich Hacker immer wieder einmischen?

Nicht nur um technische Details und Softwarecodes ging es auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Leipzig: politische und gesellschaftliche Fragen nehmen einen immer größeren Raum ein. »Vor ein paar Jahren waren unsere Sorgen noch rein netzpolitischer Natur, aber die Welt hat sich gewandelt«, sagte CCC-Sprecher Linus Neumann am Freitag. Die Digitalisierung treffe immer mehr Lebensbereiche.

Deshalb war sogar US-Whistleblower Edward Snowden live aus dem russischen Exil zugeschaltet und sprach auf dem »Tu Wat«-Kongress des Chaos Computer Clubs: Ein Hacker sei jemand, der zweifle und hinterfrage, sagte der 34-Jährige. »Dieses Jahr hat bewiesen, wie wichtig unsere Skepsis ist. Unsere Arbeit war nie wichtiger.« Die Welt verlasse sich auf die Hacker-Gemeinschaft.

Erst einen Tag zuvor hatte Hans-Christian Ströbele von den Grünen in Leipzig gefordert, dass der Ex-Geheimdienstagent nach Ende des NSA-Untersuchungsausschusses als Zeuge in Deutschland angehört werden müsse. »Snowden hat mit seinen Dokumenten in allen Punkten recht gehabt«, sagte der 74-Jährige. Er sei unverzichtbar für die Aufklärung. »Doch leider sitzt er in Moskau und kann da nicht weg, weil er von den USA bedroht wird mit einer langjährigen Freiheitsstrafe.« Mehrere Versuche der Opposition, Snowden als Zeugen in den Ausschuss nach Berlin zu holen, waren zuvor gescheitert.