SmartPulse für Funkvernetzung DECT Ultra Low Energy sagt ZigBee und Bluetooth den Kampf an

Mit SmartPulse ist eine Abfrage oder Steuerung von Sensoren oder Aktoren in einem Heimfunknetz über das Internet möglich. Dieses lässt sich somit ggf. auch bequem zum Beispiel von einem Tablet-PC aus verwalten.
Mit SmartPulse ist eine Abfrage oder Steuerung von Sensoren oder Aktoren in einem Heimfunknetz über das Internet möglich. Dieses lässt sich somit ggf. auch bequem zum Beispiel von einem Tablet-PC aus verwalten.

Nachdem Dialog Semiconductor vor einem halben Jahr den DECT-Chiphersteller Sitel übernommen hat, positioniert sich das Unternehmen jetzt mit DECT Ultra Low Energy im Markt für Funknetze mit Internetanbindung.

»SmartPulse« nennt Dialog Semiconductor seine Funktechnik, mit der er ZigBee, Bluetooth & Co das Fürchten lehren will. Gewiss kein Selbstläufer, aber die Produktdaten zeigen schnell, dass die genannten Pioniere den Newcomer ernst nehmen sollten. Vor allem der geringe Energieverbrauch dürfte das Interesse vieler Kunden wecken.

Drahtlose Sensoren lassen sich mit zwei Funktechnikchips ausstatten, die zehn Jahre mit einer Micro-Batterie (AAA) auskommen. Möglich macht das der Standard DECT ULE, für den Dialog nach eigener Aussage als weltweit erster Hersteller eine komplette Chiplösung anbietet. Der dritte Chip steckt in einer Basisstation, die als Kommunikationsknoten (hub) oder Internet-Gateway dient. So lassen sich die Funknetze ans Internet anbinden und sogar über das WorldWideWeb verwalten. Die SmartPulse-Sensoren können aber auch mit herkömmlichen Basisstationen mit DECT-/CAT-iq-Funktionalität kommunizieren.

Die Datenübertragung findet logisch in 232-Bit-Paketen und physikalisch im lizensierten DECT-Band von 1870 - 1930 MHz statt. Diese Frequenzen sind mittlerweile weltweit für DECT verfügbar und bieten den oft unschätzbaren Vorteil, dass es für andere Nutzer gesperrt ist. ZigBee und Bluetooth hingegen nutzen das ISM-Band um 2,4 GHz, indem nicht nur WiFi-LANs, sondern auch völlig kommunikationsfremde Anwendungen unterwegs sind, die große Störpotenziale haben. Zwischen Sender und Empfänger steht ein Dämpfungsbudget (link budget) von 123 dB zur Verfügung, was eine hochzuverlässige Datenverbindung auch innerhalb massiver Gebäude verspricht. Dialog gibt für Gebäude eine Reichweite von 50 m an, im Freien bis 300 m. Die Zahl der Verbindungen innerhalb einer DECT-Zelle ergibt sich aus der Zahl der verfügbaren Kanäle (10) und der Zahl der Zeitrahmen (12) je Kanal, zusammen also 120 Verbindungen (60 in den USA). Für Breitband-Audio nach CAT-iq halbiert sich diese Zahl, weil es zwei Zeitrahmen (slots) pro Kanal nutzt.

Die Sensorknoten SC14WSMDATA und SC14WSMDECT enthalten alle Schaltungen für Basisband, Funktransceiver, Antenne und HF-Endstufe sowie DECT-Sprachfunktionalität. Im Schlafmodus liegt die Stromaufnahme bei weniger als 3 µA. Der Basisstation-IC SC14CVMDECT bedient maximal sechs abgesetzte (remote) Knoten und unterstützt Daten und Sprache gemäß den Standards DECT ULE, DECT 6.0 und CAT-iq. Deshalb steht auch die hohe Sicherheit des DECT-Protokolls zur Verfügung. Ein externer Host lässt sich über den integrierten UART anschließen.

Die Bausteine entsprechen den internationalen Standards von FCC, EU (ETSI) und J-DECT und sind ab dem vierten Quartal 2011 in einem 123-poligen Gehäuse mit den Abmessungen 28 x 25 mm aus Serienproduktion erhältlich. Im Oktober will Dialog außerdem ein Development Kit und ein Referenzdesign für ein IP-Gateway vorstellen.