Analog Devices Batterie im Auto drahtlos managen

Joy Weiss von Analog Devices vor dem BMW i3, in den LION Smart das drahtlose Batterie-Management-System auf Basis der BMS-ICs von Linear Technology und dem SmartMesh von Dust Networks integriert hat.
Joy Weiss von Analog Devices vor dem BMW i3, in den LION Smart das drahtlose Batterie-Management-System auf Basis der BMS-ICs von Linear Technology und dem SmartMesh von Dust Networks integriert hat.

Batterien in Elektroautos müssen überwacht und geregelt werden. Wie dies ganz ohne Kabel über Funk geht, hat Analog Devices erstmals gezeigt.

Dass Batterien in elektrischen und hybriden Fahrzeugen ohne Batterie-Management-Systeme (BMS) nicht auskommen, ist nichts Neues. Sie nehmen zahlreiche Zustandsdaten der Batterien auf und steuern sie entsprechend währen dem Betrieb, sie stellen fest, wann geladen werden muss und überwachen den Ladevorgang. Linear Technology, die Analog Devices kürzlich übernommen hatte, ist einer der führenden Anbieter von BMS-ICs.

Jetzt hat das Unternehmen zum ersten Mal gezeigt, dass sich ein BMS auch über Funkt steuern lässt. Grundlage dazu bildet SmartMesh, ein drahtloses Sensornetzwerk, das Dust Networks entwickelt hat. 2011 hatte Linear Technology das von Joy Weiss gegründete Unternehmen gekauft und sich so Zugang zu dem Low-Power-Mesh-Netz von Dust Networks verschafft.

Jetzt hat LION Smart als Design-Partner von Linear Technology die BMS-ICs und SmartMesh kombiniert. Das Ergebnis hat LION Partner in einen BMW i3 eingebaut und das E-Auto auf der HMI präsentiert. Kabel und Steckverbinder werden überflüssig, Sensoren lassen sich dort anbringen, wo sie wirklich gebraucht werden.  So kann das System die Batterien besser, zuverlässiger und genauer überwachen als bisher.

»Jeder kann sich nun davon überzeugen, dass das System verlässlich funktioniert – ganz ohne Kabel«, sagte Joy Weiss, heute President Dust Networks von Linear Technology, im Interview mit Markt&Technik. »Uns ist ein echter Durchbruch gelungen, das zeigt schon das große Interesse, auf das wir mit der Ankündigung auf der Messe gestoßen sind.«

Dust Netzworks hatte SmartMesh von Anfang an auf den Einsatz in harten Industrieumgebungen ausgelegt. Das Unternehmen spricht von einer Zuverlässigkeit von 99,999 Prozent. Die Software wird unter realen Bedingungen auf Herz und Nieren geprüft und zwar während über einer Million Knoten-Stunden. Dass das System funktioniert hat es in vielen Einsätzen in Industrieumgebungen schon  unter Beweis gestellt.

Joy Weiss ist überzeugt davon, dass der Einsatz des drahtlosen BMS in Autos die Leistungsfähigkeit und die Zuverlässigkeit des Batteriesystems erhöht, schon weil sich die Hersteller nicht mehr mit der Verkabelung herumschlagen müssen. Darüber hinaus können sie Gewicht einsparten und Sensoren lassen sich nun auch an Stellen platzieren, die für den Kabelbaum bisher unerreichbar gewesen wären. Ein entsprechendes Referenz-Design auf Basis des Batteriemonitors LTC6811 und dem LTC5800 aus der SmartMesh-Produktlinie wird noch im ersten Halbjahr zur Verfügung stehen.

Jetzt kommt es laut Joy Weiss darauf an, die Automobilhersteller und ihre Zulieferer davon zu überzeugen, dass das System tatsächlich über die im Automotive-Bereich erforderliche Robustheit verfügt und so zuverlässig wie im industriellen Umfeld arbeitet. Über mangelndes Interesse auf der HMI konnte sie sich jedenfalls nicht beklagen.