Work-Life-Balance Zu erschöpft für das Privatleben

Und jetzt noch die Kinder! Viele Arbeitgeber sind zu erschöpft für das Privatleben.
Und jetzt noch die Kinder! Viele Arbeitgeber sind zu erschöpft für das Privatleben.

Über 40 Prozent der Arbeitnehmer sind nach der Arbeit zu erschöpft für das Privatleben. Das ist ein Ergebnis des DGB-Index Gute Arbeit. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Aussagen vor.

Die Ergebnisse zeigen: Das Auftreten von Vereinbarkeitsproblemen steht in einem deutlichen Zusammenhang mit der Qualität der Arbeitsbedingungen. Wer bei der Arbeit häufig emotionalen und psychischen Belastungen ausgesetzt ist, berichtet in deutlich höherem Maß von erschöpfungsbedingten Schwierigkeiten. Zeitliche Probleme, Arbeit und private Interessen in Einklang zu bringen, sind bei Beschäftigten besonders häufig, die nachts oder am Wochenende arbeiten. Wenig überraschend ist, dass auch überlange Arbeitszeiten von mehr als 48 Wochenstunden mit stärkeren Beeinträchtigungen einhergehen.

Home Office schon wieder out?

Etwas überraschend ist, dass Beschäftigte, die von zu Hause arbeiten, über eine schlechtere Vereinbarkeit von Arbeit und privaten Interessen berichten, als diejenigen, die nicht von zu Hause arbeiten. Dass das Home Office in den Augen der Beschäftigten kein Selbstläufer für eine bessere Vereinbarkeit ist, zeigt sich auch daran, dass sich nur 22 Prozent der Befragten mehr Möglichkeiten wünschen, von zu Hause zu arbeiten. Wesentlich stärker ausgeprägt ist der Wunsch nach einer Begrenzung des Arbeitstags. Dies würde für 55 Prozent der Beschäftigten die Vereinbarkeitssituation verbessern.

Die geschlechtsspezifische Dimension der Vereinbarkeit zeigt sich v.a. bei den Beschäftigten, die Kinder oder pflegebedürftige Personen betreuen. Hier zeichnet sich ein traditionell geprägtes Geschlechterarrangement ab, in dem erwerbstätige Frauen deutlich mehr Sorgearbeit leisten als Männer. Eine Voraussetzung dafür ist die hohe Teilzeitquote bei Frauen: Etwa die Hälfte der befragten weiblichen Beschäftigten arbeitet weniger als 35 Stunden pro Woche. Fast drei Viertel der teilzeitbeschäftigten Frauen geben als Grund für die reduzierte Arbeitszeit an, sich dadurch besser um familiäre Aufgaben kümmern zu können.

Die gesamte Studie samt Branchenaufgliederung und Methodik können Sie hier herunterladen.