Ingenieurdienstleister und das neue AÜG »Wir stehen der Reform gelassen gegenüber«

»Kleine Engineering-Dienstleister werden hier auf der Strecke bleiben.«
»Kleine Engineering-Dienstleister werden hier auf der Strecke bleiben.«

Soeben wurde das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz reformiert. Was bedeutet das für das Geschäft eines der größten deutschen Ingenieurdienstleister? Frank Ferchau zum reformierten AÜG.

»Wir können noch nicht im Detail abschätzen, wie der Markt auf die Veränderungen des AÜG reagieren wird. Bei unseren über 3.000 Kunden nehmen wir sehr unterschiedliche Signale wahr. Viele Unternehmen haben sich mit den Veränderungen jedoch noch gar nicht beschäftigt und nehmen daher unsere Informationsveranstaltungen zu der Reform sehr gerne an.

Wir als großer Anbieter stehen der Reform insofern gelassen gegenüber, als der Markt in Zeiten intensiven Projektgeschäfts und globalen Wettbewerbs auch weiterhin unverändert hohen Flexibilitätsbedarf haben wird. Um diesem Bedarf zu begegnen, arbeiten wir mit unseren Kunden schon lange ergänzend zur Arbeitnehmerüberlassung erfolgreich in verschiedenen Vertragsmodellen wie Werk- und Dienstverträgen in Projektgruppen oder Technischen Büros zusammen. Auch weil wir mit unserem breiten Angebot einen wirklichen Marktvorteil haben, mache ich mir um unser Geschäftsmodell im Grundsatz keine Sorgen.

Was mich im Zusammenhang der Reform jedoch weniger gelassen sein lässt, ist der enorm hohe administrative Aufwand, der mit der Umsetzung der Reform verbunden ist. Die seitens der Bundesregierung angenommenen jährlichen Erfüllungsaufwände in Höhe von 450.000 Euro überschreiten alleine wir für die notwendigen systemischen Anpassungen um ein Vielfaches. Diese hohen administrativen Aufwände, die wir sehr viel lieber in den Ausbau unserer Dienstleistung gesteckt hätten, können nur die großen Unternehmen der Branche stemmen – kleine Engineering-Dienstleister werden hier auf der Strecke bleiben.«