Nix mehr mit Heimarbeit: Yahoo pfeift ins Büro zurück Wie notwendig ist Flurfunk?

Ab Juni ist es vorbei mit der Heimarbeit: Yahoo-Chefin Marissa Mayer hat Anwesenheitspflicht verhängt.
Ab Juni ist es vorbei mit der Heimarbeit: Yahoo-Chefin Marissa Mayer hat Anwesenheitspflicht verhängt.

Längst nicht alle Unternehmen lassen Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten. Yahoo-Chefin Marissa Mayer jetzt auch nicht mehr. Der Software-Riese Microsoft dagegen hält an flexiblen Arbeitszeiten fest und hat jetzt sogar einen Leitfaden veröffentlicht, wie beide Seiten davon profitieren können.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer hat in Punkto flexible Arbeitszeiten gerade eine Rolle rückwärts gemacht und Anwesenheitspflicht verordnet. Ihre Begründung: "Einige der besten Entscheidungen und Erkenntnisse erwachsen aus Gesprächen auf dem Flur oder in der Cafeteria". Geschwindigkeit und Qualität würden leiden, wenn man von Zuhause aus arbeite. Die neue Richtlinie soll ab Juni gelten.

Für Microsoft hingeben sind flexible Arbeitszeitmodelle  ein wichtiger Wettbewerbsfaktor um künftige Fachkräfte. Denn Unternehmen mit starren Strukturen sind für viele Arbeitnehmer zunehmend unattraktiv. „In unseren Bewerbungsgesprächen gehört die Frage nach flexiblen Arbeitsbedingungen mittlerweile genauso dazu wie Fragen zu Aufstiegschancen oder Sozialleistungen. Dabei stehen aber weniger Teilzeitjobs im Vordergrund als die Frage nach Anwesenheitspflichten und Möglichkeiten im Home-Office zu arbeiten“, erklärt Brigitte Hirl-Höfer, Senior Director Human  Resources und Mitglied der Geschäftsführung Microsoft Deutschland.

Damit flexible Arbeitsmodelle funktionieren, reiche nicht die Implementierung neuester IT, gleichzeitig müsse ein grundlegender Kulturwandel stattfinden, erklärt die Personalerin. Arbeitsprozesse und -strukturen müssten verändert, die Kommunikation innerhalb von Teams neu aufgesetzt werden und ein Bewusstseinswandel aller Mitarbeiter eintreten.

Wir das alles funktioniert, hat Microsoft zusammen mit dem Beratungsunternehmen Gallup in einen „How-To-Guide“ geschrieben, der zeigen soll,  wie flexibles Arbeiten zum Erfolgsmodell wird und welche Regeln es dafür einzuhalten gilt – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. „Gerade als Technologie-Unternehmen nehmen wir hier eine Vorreiterrolle ein.

Yahoo dagegen führe mit der Einführung der Anwesenheitspflicht flexible Arbeitsmodelle ad absurdum und katapultiere sich damit bei Bewerbern ins Abseits.

Die Möglichkeit im Home Office zu arbeiten, erleichtere nicht nur die persönliche Work-Life-Balance, sondern auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Für uns als Unternehmen bedeutet das vor allem eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit, eine geringere Fluktuation und eine höhere Produktivität“, so Hirl-Höfer.