Wie man trotz Rezession Karriere macht

Wie sichern Fachkräfte in der größten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten ihren Job und treiben sogar ihre Karriere voran? Das wollte das Stellenportal StepStone wissen hat dazu eine Umfrage unter 5.000 Fach- und Führungskräften gestartet. Das Ergebnis ist ein Warnschuss an die Personalabteilungen: Hütet euren wertvollen Nachwuchs, sonst ist er morgen weg!

Internationale Unternehmen stehen gerade unter enormem Druck. Einerseits geben sie Entlassungen bekannt, während sie auf der anderen Seite aber weiter um wichtige Fachkräfte konkurrieren. Das Ergebnis einer aktuellen Stepstone-Studie sollte sie aufhorchen lassen. Ermittelt wurden fünf Job-Typen, die sich vor allem durch ihre Einstellung zur Arbeit unterscheiden:

1. Schatzjäger
Hier handelt es sich in erster Linie um die jüngsten Mitarbeiter eines Unternehmens. Für Schatzjäger steht das Geld am stärksten im Vordergrund. 64 Prozent von ihnen sind bereit, länger zu arbeiten, um ihr Einkommen zu steigern. Fast ein Viertel (23 Prozent) sehen sich in drei Jahren in einem anderen Karrierestatus.

2. Gipfelstürmer
65 Prozent der Gipfelstürmer leisten unbezahlte Überstunden. Diese Gruppe von Arbeitnehmern ist extrem ehrgeizig und legt mehr Wert auf eine berufliche Beförderung als jede andere Gruppe. Wenn sie bei ihrem aktuellen Arbeitgeber Anerkennung vermissen, sind sie schnell wechselbereit.

3. Brötchenverdiener
Flexible Arbeitszeiten sind Top für Brötchenverdiener. Keine andere Gruppe ist daran mehr interessiert. Dafür sind sie auch bereit, Opfer zu bringen: 73 Prozent der Brötchenverdiener arbeiten unbezahlt mehr als vertraglich vereinbart – so viel wie keine andere Gruppe.

4. Lebensgenießer
Wie der Name bereits vorweg nimmt, sind Lebensgenießer primär an einer ausgewogenen Work-Life-Balance interessiert. Dabei ist ihnen Flexibilität genauso wichtig wie Geld. Allerdings spielt für jeden fünften in dieser Gruppe die eigene Karriere trotzdem eine große Rolle: 21 Prozent sehen sich in drei bis fünf Jahren in einer höheren Position.

5. Unabhängige Routiniers
Unabhängige Routiniers gehen dem Ende ihres Arbeitslebens entgegen. Daher ist Geld für sie nicht der primäre Antrieb, ihre Karriere weiterhin voranzutreiben. 35 Prozent dieser Gruppe geben an, den größten Teil ihrer Arbeit außerhalb des Büros zu erledigen. Hier bevorzugen sie eine Tätigkeit im Home Office.

»Ein wichtiges Ergebnis dabei: Flexibilität und Work-Life-Balance spielen gerade bei berufserfahrenen Fachkräften eine große Rolle«, sagt Wolfgang Bruhn, Vorstand der StepStone Deutschland AG. Diesen Wissensvorsprung sollten Unternehmen nutzen, um begehrte Fachkräfte an sich binden. Was bedeutet das für Arbeitnehmer, die derzeit fürchten, ihren Job zu verlieren?

Auf Basis der Umfrageergebnisse hat StepStone fünf Tipps zusammengestellt, die dabei helfen können, die Karriere voran zu bringen.

1. Flexibilität zeigen – denn: 36 Prozent der internationalen Arbeitgeber möchten die Arbeitszeit flexibler gestalten, um Geld zu sparen. Dies bedeutet große Karriere-Chancen für Lebensgenießer und unabhängige Routiniers.

2. Eine internationale Karriere anstreben – denn: 36 Prozent der internationalen Unternehmen möchten Mitarbeiter ins Ausland versetzen, um sie nicht komplett zu verlieren. Dies bedeutet große Karriere-Chancen für Schatzjäger und Gipfelstürmer.

3. Den Willen zur Weiterbildung zeigen – denn: Beinahe 60 Prozent der Arbeitnehmer wollen ihre Wissenslücken in diesem Jahr füllen und planen nicht, die Firma zu wechseln. Dies birgt große Chancen für Gipfelstürmer, die sowieso an diesen Themen interessiert sind. Zudem: Um bestehende Mitarbeiter zu halten, setzen viele Unternehmen derzeit auf eine Verbesserung ihrer Weiterbildungsangebote (47 Prozent) sowie auf den Ausbau der internen Aufstiegsmöglichkeiten (58 Prozent).

4. Über den Tellerrand schauen – denn: Auch für den Fall, dass der eigene Job in Gefahr ist, gilt es, gezielt auf Stellenangebote von Mitbewerbern des bisherigen Arbeitgebers zu achten. Hintergrund: 27 Prozent der Unternehmen sagen, dass sie gezielt nach entlassenen Mitarbeitern der Konkurrenz suchen.

5. Kompromisse eingehen – denn: 40 Prozent der Arbeitnehmer erwarten derzeit geringe Gehaltserhöhungen, 23 Prozent rechnen mit gar keiner Erhöhung ihrer Bezüge. Stattdessen sollten Mitarbeiter flexible Arbeitszeiten oder Weiterbildungen in ihren Mitarbeitergesprächen einfordern. »Hier werden sie bei vielen Unternehmen derzeit auf offene Ohren stoßen«, sagt Stepstone-Chef Bruhn.