Markt&Technik Roundtable Wie flexibel kann die Arbeitswelt in der Industrie werden?

Von Start-ups bis New Work - Das war der Markt&Technik-Roundtable 'Wie kommt Innovation ins Unternehmen?'
Der Markt&Technik Roundtable 'Wie kommt Innovation ins Unternehmen' vereinte mit Vertretern aus Start-ups, Industrie, Unternehmensberatung und Politik die traditionelle mit der neuen Arbeitswelt, das zeigte sich gleich zu Beginn: Duzen oder lieber doch traditionell Siezen? Am Ende war es ein Mix.

Auf dem Roundtable-Gespräch von Markt&Technik »Wie kommt Innovation ins Unternehmen« haben wir Praktiker zu Wort kommen lassen. Teil 1: Wie funktioniert New Work in der Industrie?

Das Arbeitszeitgesetz sieht vor, dass Angestellte an sechs Arbeitstagen in der Woche insgesamt nicht mehr als 48 Stunden arbeiten dürfen, ein Arbeitstag nur acht Stunden höchstens dauern dürfe und dazwischen eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden liegen muss.

Im Feuilleton oder auf Zukunftskongressen gehen die Forderungen nach Flexibilisierung häufig sehr weit; zuletzt haben auch die Wirtschaftsweisen eine Lockerung des Arbeitszeitgesetzes gefordert mit der Begründung, flexiblere Arbeitszeiten seien wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. In der neuen, digitalisierten Welt müssten Firmen agil sein und schnell ihre Teams zusammenrufen können, so deren Vorsitzender Christoph Schmidt; der Arbeitnehmerschutz in Deutschland habe sich bewährt, sei aber teilweise nicht mehr für die digitalisierte Arbeitswelt geeignet.
Kein Wunder, dass Unternehmen vor allem Sicherheit wollen. Damit sie nicht gesetzwidrig handeln, wenn ihre Angestellten davon abweichen, wie es im Rahmen flexibler Arbeitszeiten schnell vorkommen kann: Abends, wenn die Kinder im Bett sind, noch eine Telefonkonferenz und morgens beim Kaffee schon wieder Mails lesen – da sind die 11 Stunden schnell tangiert. Arbeitnehmervertreter befürchten Mehrarbeit durch die Hintertür, Experten wie Prof. Christian Scholz von der Uni des Saarlandes sieht in ‘Worklife Blending’ gar eine gefährliche Mogelpackung: So würde der Job ‘metastasenartig’ das ganze Leben vereinnahmen, die angebliche Freiheit zur Selbstausbeutung, zum permanenten Bereitschaftsdienst führen.

Wird es so kommen? Wie es momentan in der Industrie aussieht, zeigte die Markt&Technik-Diskussion.

Christopher Meyer-Mölleringhof ist Innovationsberater und hilft Unternehmen dabei, Innovationen zu realisieren. Er will anstoßen, vernetzen, Mittelstand und Startups verzahnen, damit diese voneinander profitieren, alte und junge Welt zusammenwachsen.

Was versteht er als Vertreter der Start-up-Generation unter New Work?