"Kandidaten googeln" Vorsicht vor Sauffotos!

Jetzt ist es quasi amtlich: Auch und gerade High-Tech-Firmen schauen ins Internet, bevor sie sich für einen Kandidaten entscheiden. Privates interessiert sie dabei besonders. Pluspunkte sammeln kann man mit sozialem Engagement und interessanten Hobbys.

Eine Umfrage des Instituts für Markt- und Politikforschung (dimap) im Auftrag der Bundesregierung hat ergeben, dass Personalverantwortliche das Internet in ihre Entscheidung für oder gegen einen Kandidaten einbeziehen. Intensive Internetnutzer sollten das bedenken, denn im Internet ist nichts geheim. Forenbeiträge, Fotos, launige Kommentare: alles noch jahrelang abrufbar.

Soziale Netzwerke wie Xing, LinkedIn oder Facebook leben von den persönlichen Angaben ihrer Nutzer. Das wissen auch Personaler. Oft erfolgt daher ein Check im Internet, wenn die Bewerbungsmappe auf dem Schreibtisch liegt: Wie sieht der Bewerber aus? Was für eine Einstellung hat er, wofür interessiert er sich? Welche Seiten besucht er? Google macht es möglich, den Rest erledigt die Suchfunktion in den einschlägigen Netzwerken.

Besonders interessiert Personalentscheider, was der Kandidat privat so treibt, welche Hobbys er hat und ob er sich sozial engagiert. Gefällt ihm, was er liest, kann das zur Einstellung führen: 75 Prozent der Unternehmen aus der Sparte Informationstechnologie/neue Technologie nutzen das Internet zur Vorauswahl und entscheiden somit, wen sie zum Vorstellungsgespräch einladen. Es sind die Zusatzinfos, die gefragt sind: »Es kommt vor, dass ein Bewerber gerade durch zusätzliche Informationen aus dem Internet für uns interessanter wird« – diesen Punkt bestätigten 75 Prozent der High-Tech-Firmen.

Und wenn die Internet-Darstellung von der aus der Bewerbungsmappe abweicht? 25 Prozent der Personaler aus Informationstechnologie und neue Technologie sähen das kritisch, die Mehrheit (75 Prozent) stünde dem aber neutral gegenüber: entscheidend ist das persönliche Gespräch.

Sich einmal so richtig über seinen Arbeitgeber auslassen: das kann befreien. Doch im Internet sollte man es nicht tun. Denn 75 Prozent der Technologiefirmen speichern das unter »mangelnde Loyalität« ab. 50 Prozent mögen auch keine Partybilder sehen, es wirkt sich negativ auf ihr Bild vom Bewerber aus.

Bei den politischen Präferenzen eines Kandidaten zeigt sich die Technologiebranche uneins: 25 Prozent sehen es positiv, 25 Prozent negativ, wenn der Bewerber politische Äußerungen ins Netz stellt. 50 Prozent ist es egal.

Fazit: Eine positive Darstellung im Internet kann die persönliche Karriere beflügeln – eine negative hemmen. Daher Vorsicht beim Preisgeben persönlicher Daten.