Berufsausbildung für "Smart Home" Vom Elektriker zum Systemintegrator

Den Beruf des „Elektroinstallateurs“ kann man heute nicht mehr lernen: Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke hat seine Ausbildungsberufe vor ein paar Jahren modernisiert und den aktuellen technischen Entwicklungen angepasst. Dafür entstanden eine ganze Reihe neuer Berufe.

Den Beruf des „Elektroinstallateurs“ kann man heute nicht mehr lernen – zur Auswahl stehen vielmehr der Elektrotechniker, Informationstechniker und Elektromaschinenbauer sowie die zugeordneten Ausbildungsberufe Elektroniker/-in mit Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, Fachrichtung Automatisierungstechnik und Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik, Systemelektroniker/-in und Informationselektroniker/-in mit Schwerpunkt Bürosystemtechnik und Schwerpunkt Geräte- und Systemtechnik. Außerdem den Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik.

Im Fokus stehen heute digitale Techniken, die es möglich machen, eine gebäudetechnische Infrastruktur, die sich aus vielen einzelnen Komponenten zusammensetzt, intelligent miteinander zu vernetzen, Stichwort Smart Home und Smart Metering.

Die fortschreitende Automatisierung von Wohnungen, Häusern und Gebäuden berührt unmittelbar die elektro- und informationstechnischen Handwerke. Was früher der Elektriker war, ist heute der Elektroniker, der als Systemintegrator die vielen Gebäudefunktionen zusammenbringt und es ermöglicht, sie im Sinne des Bewohners zu steuern. Erst durch ihn wird aus dem technisch perfekt ausgestatteten Gebäude ein „Intelligentes Gebäude“. Und was früher der Radio- und Fernsehtechniker war, ist heute der Informationselektroniker, zuständig für elektronische Geräte und Bürosystemtechnik.

Gebäude, die sich mit digitaler Technik bedienen lassen, überzeugen ihre Bewohner vor allem durch Komfort. Immer wichtiger wird darüber hinaus die Energieeffizienz. Über die digitale Steuerung lässt sich der Energieverbrauch aller Anwendungen fein aufeinander abstimmen. Zugleich macht sie es möglich, dass jeder Hausbewohner die Daten seines aktuellen Verbrauchs zu jeder Tages- und Nachtzeit ablesen und beurteilen kann. Der Energieverbrauch kann strategisch günstig angepasst und auf den tatsächlichen Bedarf reduziert werden. Ziel ist in Haus und Gebäude das, was wir bisher nur aus dem Auto kannten: Auf einem Tachometer in Echtzeit ablesen zu können, wie viel Strom, Gas oder Wasser das Haus verbraucht.

Elektrischer Strom ist das alles verbindende Element der digitalisierten Gebäudetechnik. Die Digitalisierung bedeutet also gerade für die E-Handwerksgruppe Aufgaben, die auf den ersten Blick zunächst nicht mit dem Aufgabengebiet eines klassischen Elektrikers in Verbindung gebracht werden. 

Im Zentrum des Zukunftsszenarios steht der „Systemintegrator“ im intelligenten Gebäude.

Im gewerblichen Bau kommt vor allem Mess-, Steuer- und Regeltechnik, internetbasierte Gebäudesteuerung, Zutrittskontrolle, digitale Videoüberwachung und Datenkommunikation zum Einsatz. Im privaten Wohnungsbau fällt darunter auch das altersgerechte Wohnen mit hoher Komfort- und Sicherheitsausstattung wie etwa Bewegungsmeldertechnik, gute Bedienbarkeit zum Beispiel über Fernbedienungen und Programmierungen für Heizung etc. Der „Elektroniker“entwickelt sich über die neuen Techniken immer mehr zum Systemintegrator. Es kommen damit neue Aufgaben auf den klassischen Handwerker zu, denn der Kunde sucht Beratung für das Produkt - die Hardware - und seine Anwendung - die Software. Ziel der handwerklichen Betriebe ist es, sich vor allem von Großunternehmen abzuheben und Speziallösungen für jede Gebäudegröße umzusetzen und individuelle, maßgeschneiderte gebäudetechnische Komplettlösungen anzubieten.