Arbeitsmarktpolitik VDMA gegen SPD-Bildungspläne

Ein pauschaler Gesetzesanspruch auf Weiterbildung für Arbeitslose, wie er von Seiten der SPD gefordert wird, ist kontraproduktiv, meint der VDMA.
Ein pauschaler Gesetzesanspruch auf Weiterbildung für Arbeitslose, wie er von Seiten der SPD gefordert wird, ist kontraproduktiv, meint der VDMA.

Die SPD will die Arbeit 4.0 gestalten und machte in den letzten Wochen immer wieder Vorschläge für einen Arbeitsmarkt der Zukunft. Ein wichtiges Element: Das Recht auf Weiterbildung und der Umbau der Bundesagentur für Arbeit zum Weiterbildungsinstitut.

Viele Vorschläge der SPD fanden sich schon im Weißbuch von Arbeitsministerien Andrea Nahles wieder. Die Industrie kritisiert die Pläne von Martin Schulz und der SPD. Vor allem der VDMA positinoniert sich deutlich: »Ein pauschaler Gesetzesanspruch auf Weiterbildung für Arbeitslose, wie er von Seiten der SPD gefordert wird, ist kontraproduktiv. Er führt zu einer Trennung der Qualifizierungsmaßnahmen von den Erfordernissen des Arbeitsmarkts. Qualifizierung muss den Anforderungen in den Unternehmen entsprechen. Pauschale Fort- und Weiterbildungen ohne Praxisbezug führen nur zu weiteren Warteschleifen für die Beschäftigten. Staatlich geplante und organisierte Fort- und Weiterbildung durch eine Weiterbildungsbehörde, zu der die Bundesagentur ausgebaut werden soll, würde so zwangsläufig am Bedarf vorbei qualifizieren.«

Mehr Frühverrentungen?

Gleichzeitig befürchten die Maschinenbauer Weiterbildungsbummler. »Genauso wenig dürfen Weiterbildungsmaßnahmen ein Anreiz für Arbeitssuchende sein, länger als nötig vom Arbeitsmarkt fernzubleiben. Im Kern führt aber genau die ebenfalls von der SPD ins Gespräch gebrachte Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I dorthin. Denn pauschale Qualifizierungsmaßnahmen schaffen keinen Zugang zu Arbeit. Bei älteren Arbeitslosen würde die Kombination Verlängerung des Arbeitslosengeldes I mit Qualifizierung faktisch zu mehr Frühverrentungen führen.«

Der eindeutige Appell: »Der digitale Wandel stellt die Beschäftigten vor neue Herausforderungen. Die Unternehmen müssen sie dabei unterstützen, indem sie Ausbildungsinhalte anpassen und neue Fort- und Weiterbildungsangebote unterbreiten. Im Zentrum müssen dabei die Erfordernisse der Betriebe stehen. Staatliche Maßnahmen können diesen Prozess bestenfalls begleiten, dürfen ihn aber nicht vorgeben, insbesondere nicht durch eine Weiterbildungsbehörde.«