Alles besser bis aufs Wetter! VDE wirbt in Spanien für deutschen Arbeitsmarkt

Arbeitsmarktexperte Dr. Michael Schanz schwärmte vor 150 spanischen Elektrotechnikstudenten von der Betätigungsvielfalt für sie in Deutschland und sparte nicht mit Tipps zu Berufsbildern, Berufseinstieg, Bewerbungsgesprächen, Verdienstmöglichkeiten und der konkreten Form der Arbeitsvermittlung.
Arbeitsmarktexperte Dr. Michael Schanz schwärmte vor 150 spanischen Elektrotechnikstudenten von der Betätigungsvielfalt für sie in Deutschland.

Deutschland hat europaweit die größte Bedarfslücke an Elektroingenieuren – Spanien das größte Überangebot. Das sollte man doch nutzen, findet der VDE und folgte der Einladung des spanischen Ingenieurverbandes COGITI an die Universidat Politéchnica de Madrid, wo er kräftig die Werbetrommel rührte.

„In Deutschland arbeiten rund 170.000 Elektroingenieure und -ingenieurinnen, mehr als anderswo in Europa. Deren Arbeitslosenzahl befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit rund 20 Jahren mit einer Arbeitslosenquote von nur 1,5 Prozent, referierte Dr. Michael Schanz vom VDE-Ausschuss "Beruf, Gesellschaft und Technik" und Experte für Arbeitsmarkt&Beruf beim VDE , den zahlreich erschienenen spanischen Studenten.  

An Stelle der üblichen Unternehmenspräsentationen mit anschließenden Sondierungsgesprächen legte Schanz großen Wert auf eine möglichst authentische Darstellung der Lebens- und Arbeitssituation von spanischen Ingenieuren, die bereits in Deutschland tätig sind.

So schwärmte Schanz  von der Betätigungsvielfalt von Elektroingenieuren in Deutschland und reicherte seinen Vortrag  mit weiteren Tipps und Hinweisen zu Berufsbildern, Berufseinstieg, Bewerbungsgesprächen, Verdienstmöglichkeiten und der konkreten Form der Arbeitsvermittlung zu einem gelungen Informationsmix an. Außerdem gab es praktische Hinweise zum Berufseinstieg.

Besonders interessant war für die rund 150 Zuhörer der Erfahrungsbericht von Dipl.-Ing. Ismael Nistal, der seit gut zwei Jahren für die IMST GmbH im Bereich der Antennenentwicklung tätig und ursprünglich in der Region Madrid beheimatet ist.

Zunächst galt es, die existenziellen Fragen zu klären: Wohnen, Finanzen, Handy… und auch z. B. Winterreifen. Sehr schnell stellten die Studenten ihm die Frage nach der Sprache, weil er den Sprung ins kalte Wasser (damals) ohne Deutschkenntnisse gewagt hat. Die wesentliche Erkenntnis: Im High-Tech Umfeld kann man nur mit Englisch irgendwie überleben, aber auf Dauer nicht gut leben. Daher empfahl Nistal, die Deutschkenntnisse so schnell wie möglich auf einen passablen Stand zu bringen – am besten mit deutschen Freunden.  

Im Großen und Ganzen bereut Nistal den Schritt nach Deutschland nicht, bewertet dies als professionelle und persönliche Bereicherung, gewöhnt sich aber nur schwer an das Wetter und vermisst Familie und Freunde daheim, so dass er eine Rückkehr nach Madrid zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausschließen möchte.

Als weitere Partner waren die Zentrale Auslandsvermittlung ZAV der Bundesagentur für Arbeit und die Präsidentin des European Employment Services EURES vertreten. EURES sorgt im Auftrag der EU u. a. für den grenzüberschreitenden Austausch von Stellenangeboten.