Hamburger Preis für Theoretische Physik US-Forscher wird für Arbeiten zu Supraleitung ausgezeichnet

Andrew Millis promovierte 1986 am Massachusetts Institute of Technology. Als Preisträger wird Millis künftig zu Lehr- und Forschungsbesuchen nach Hamburg kommen und auch Doktoranden betreuen.
Andrew Millis promovierte 1986 am Massachusetts Institute of Technology. Als Preisträger wird Millis künftig zu Lehr- und Forschungsbesuchen nach Hamburg kommen und auch Doktoranden betreuen.

Der Hamburger Preis für Theoretische Physik geht an Andrew Millis. Der Wissenschaftler wird für seine Beiträge zur Physik von Supraleitern, der verlustfreien Übertragung von Strom, ausgezeichnet.

Es ist eine Vision, die die Energieversorgung revolutionieren könnte: die verlustfreie Übertragung von Strom, genannt Supraleitung. Sie könnte dafür sorgen, dass insgesamt weniger Kraftwerke und weniger Emissionen nötig sind, um den Energiebedarf moderner Gesellschaften zu decken.

Bisher sind nur Materialien bekannt, in denen die Supraleitung bei extremen Minustemperaturen auftritt. Mit den Rechenmodellen des amerikanischen Physikers Andrew Millis lässt sich vorhersagen, ob Materialien supraleitend sein können. Damit könnte die verlustfreie Stromübertragung bei Raumtemperatur Wirklichkeit werden.

Dafür und für seine weiteren Beiträge zur Erforschung von Festkörpern wird der Wissenschaftler heute mit dem Hamburger Preis für Theoretische Physik ausgezeichnet.

Millis erhält den Preis im Beisein der Zweiten Bürgermeisterin Hamburgs und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank bei einer Feierstunde auf dem Campus Bahrenfeld. Der mit 40.000 Euro dotierte Preis wird von der Joachim Herz Stiftung und dem Hamburg Centre for Ultrafast Imaging (CUI) vergeben.

Millis promovierte 1986 am Massachusetts Institute of Technology. Im Anschluss arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Bell Laboratories in New Jersey. 1996 wurde Millis Professor an der Johns Hopkins University in Baltimore und wechselte drei Jahre später nach New Jersey an die Rutgers University. Seit 2002 ist er Professor für Physik an der Columbia University. Zudem arbeitet er seit 2011 als stellvertretender Direktor für physikalische Wissenschaften an der Simons Foundation, eine der großen wissenschaftsfördernden Stiftungen der USA.

Als Preisträger wird Millis zu Lehr- und Forschungsbesuchen nach Hamburg kommen. Neben Diskussionen mit etablierten Wissenschaftlern soll der Hamburger Preis für Theoretische Physik auch den Austausch mit Nachwuchsforschern ermöglichen. Millis wird daher auch Seminare für Doktoranden geben.