Führungswechsel bei MueTec Unternehmenskultur einmal umgekrempelt

Ist die Arbeit für die meisten nur ein Job, oder identifizieren die Mitarbeiter sich mit MueTec und begeistern sich für die Aufgaben – diese Frage stellte sich Ralph Detert. »Wer das immer noch als ‘weiches’ Thema ab tut, hat aus meiner Sicht den Schuss noch nicht gehört«.
Ist die Arbeit für die meisten nur ein Job, oder identifizieren die Mitarbeiter sich mit dem Unternehmen und begeistern sich für die Aufgaben – diese Frage stellte sich Ralph Detert. »Wer das immer noch als ‘weiches’ Thema ab tut, hat aus meiner Sicht den Schuss noch nicht gehört«.

Vor fünf Jahren übernahm Ralph Detert zusammen mit einem Investor die Führung von MueTec, Spezialist für optische Waferinspektion. Gemeinsames Ziel: Starkes Wachstum. Das verlangte auch den Mitarbeiter einiges ab. So sieht es heute bei MueTec aus.

1991 von Hans-Jürgen Brück gegründet und aufgebaut, lässt sich die MueTec-Kultur bis 2011 am ehesten patriarchalisch beschreiben:  Brück hatte als Gründer und Geschäftsführer im operativen Geschäft sein »Baby« immer im Blick: sah alles, wusste und kontrollierte alles. Die Mitarbeiter warteten ab, was der Chef entschied.

Zusammen mit der Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG übernahm Ralph Detert im Rahmen eines Buyouts acht Prozent am Hersteller von automatisierten Inspektionssystemen für die Halbleiterproduktion, die DEWB erhielt den Löwenanteil von 92 Prozent. »Unsere Lösungen helfen den Kunden, ihre Fertigungsprozesse zu überwachen und den Ausschuss zu minimieren«, erklärt Ralph Detert das Geschäftsmodell von MueTec. 

Detert plant mit den neuen Eigentümern im Zuge der Übernahme eine deutliche Stärkung der Liquidität und profitables, beschleunigtes Wachstum. Dazu wurde ein starker Personalaufbau beschlossen.  Doch wie gelingt es, diesen Prozess so zu gestalten, dass Bewährtes beibehalten und Neues gleichzeitig zugelassen werden kann? Dass keine Unruhe unter langjährigen Mitarbeitern entsteht nach dem Motto: Komme ich da noch mit? Ist mein Job in Gefahr?

Wie integriert man eine Vielzahl neuer Mitarbeiter erfolgreich, ohne langjährige Kollegen zurückzulassen und wie bildet man eine gemeinsame Kultur aus – das war die Aufgabe, vor der Ralph Detert stand.

Deterts Wunsch: mehr Eigeninitiative statt Abwarten, mehr Spielraum für den Einzelnen, ein »Wir-Gefühl« mit einer gemeinsamen Identität.

»Der Entschluss, sich dem Thema Unternehmenskultur zu widmen, wurde durch unsere Personalsituation ausgelöst. In den letzten 4 Jahren haben wir die Anzahl der Mitarbeiter verdoppelt. Der Kern der Belegschaft arbeitet schon sehr lange für MueTec und reicht bis in die Zeit der Unternehmensgründung vor 25 Jahren zurück. Die andere Hälfte der Belegschaft ist relativ neu und kommt aus anderen Unternehmen, oder direkt aus der Hochschule bzw. der Ausbildung. Ich wollte vermeiden, dass sich unterschiedliche Grüppchen oder unterschiedliche Subkulturen etablieren.«

Detert holte dazu kurzerhand seine Frau, Barbara Graf-Detert, ins Boot, langjähriger HR-Executive in der Halbleiterbranche (u.a. Fairchild Semiconductor, Leoni Bordnetz-Systeme und Sumitomo Electric Bordnetze AG) und seit zwei Jahren selbstständig mit ihren Kern-Themen Unternehmenskultur und werteorientierte Führung.