Arbeiten als Projektingenieur »Unfaire Behandlung? Dann ziehen wir uns zurück!«

Die OSB AG grenzt sich ganz bewusst von Lohndumping und anderen Ausbeutungsvorwürfen ab. Und verhilft manchmal auch Arbeitslosen wieder zu einem Job.

Wer flexibel und kommunikationsstark ist und Abwechslung liebt, für den kommt auch die Arbeit bei einem Ingenieurdienstleister in Frage. Denn Zeitarbeit liegt im Trend, viele offene Stellen werden nicht von OEMs, sondern von spezialisierten Personaldienstleistern und Ingenieurbüros ausgeschrieben.

Kritiker schmähen Dienstleister, man verdiene deutlich schlechter und habe keine ähnlich feste Absicherung wie beim OEM. Zudem müsse man extrem mobil sein, denn der Arbeitseinsatz erfolgt in der Regel in Projekten, die auf die Dauer zwischen drei Monaten und einem Jahr angelegt sind.

Denis Sisic ist Mitgründer und Geschäftsführer des Ingenieurdienstleisters OSB AG. Der Ingenieurdienstleister mit Hauptsitz in München beschäftigt 450 Leute an 13 Standorten deutschlandweit. „Wer fähige Ingenieure hat, hat gute Aufträge“, beschreibt er die aktuelle Situation der Dienstleistungsbranche.

Qualitätsmanagement, IT und Produktionsplanung seien klassische Aufgabengebiete, aber auch der Bereich Embedded Software wachse stark. Die Geschäfte laufen gut, bis 2017 will die OSB AG ihre Mitarbeiterzahl verdoppeln. Der pauschal schlechte Ruf, mit dem die Ingenieurdienstleistungsbranche kämpft, ist da nicht gerade hilfreich. Und ist der Vorwurf nicht auch berechtigt, wie Beispiele wie die von Daniela Schubert zeigen?

Sisic kontert mit der Geschichte von Nesira A., einer ausgebildeten Lehrerin aus dem Iran, die auf dem hiesigen Arbeitsmarkt keine Chance bekam. Bis sie Denis Sisic traf. „Nesira war eine meiner ersten Mitarbeiterinnen. Sie war von ihrem Profil her wie geschaffen für eine Stelle in der IT-Industrie, bei dem es um die manchmal etwas eintönige Pflege von Software ging.

Ausdauer war hier gefragt, und Genauigkeit. Der Kunde wollte aber einen ausgebildeten IT-Spezialisten. Ich habe mehrere Anläufe gebraucht und all meine Überzeugungskraft, bis ich Nesira beim Kunden einsetzen durfte. Mit großem Erfolg!“