Kopfnoten für Arbeitgeber ... und wie werden Sie gemobbt?

Auf der Webseite www.kununu.com bewerten Arbeitnehmer ihre Arbeitgeber. Auf die provokante Idee kamen die österreichischen Brüder Martin (32) und Mark (27) Poreda, der eine Magister der Betriebswirtschaft, der andere Multimedia Designer. Sie sind fest davon überzeugt: »Gegen das Web 2.0 sind Firmen machtlos.«

Wie kamen Sie auf den ungewöhnlichen Name »kununu«?
Martin Poreda: Ich habe in einem Suaheli-Wörterbuch geblättert und mich sofort in den Klang und in die Optik dieses Wortes verliebt. Dass es eine sinnvolle Bedeutung für eine Arbeitgeberbewertungsseite hat, ist gewissermaßen das Pünktchen auf dem i. Auf Suaheli bedeutet es »unbeschriebenes Blatt«.

Wieso unbeschrieben? Wer auf Ihrer Seite herumstöbert oder gezielt nach Unternehmen sucht, liest so einiges über deren Personalpolitik.
Das ist beabsichtigt. Wir gehen ähnlich vor wie Hotelbewerter, nur dass bei uns die Mitarbeiter und früher dort Beschäftigte den Arbeitgeber bewerten. Es gibt zwei Fragebögen, eine Kurz- und eine Langfassung, dazu zahlreiche Such- und Vergleichsfunktionen. Mit mehr als 4000 Bewertungen von rund 2800 Unternehmen ist kununu.com mittlerweile ein Selbstläufer. Mein Bruder und ich haben die Site im Juni 2007 eröffnet. Heute zählen wir täglich mehr als 2000 Besucher, und es kommen jeden Tag 40 neue Arbeitgeberbewertungen dazu.

Die Unternehmen sind von der neuen Offenheit bestimmt hellauf begeistert ...
Alle sicher nicht. Aber interaktive Beziehungsplattformen machen nun mal das Web 2.0 aus und schaffen Transparenz. Sie machen Schluss mit dem »so tun, als ob« und der Augenwischerei. Mir fallen dazu die Jubelstories über ein neues, angeblich bombensicheres Fahrradschloss ein. Als jemand im Web postete, dass man das Schloss binnen zehn Sekunden mit einem Kugelschreiber öffnen könne, verbreitete sich die Nachricht in Windeseile.