Trainingsanzug als Symbol für Firmenfitness

»Qualität beginnt in den Köpfen der Mitarbeiter« – ein gern zitierter Satz von Führungskräften. Doch was muss sich verändern, damit Mitarbeiter eigenverantwortlich arbeiten, Probleme offensiv ansprechen und gemeinsam lösen? Würth Elektronik Pforzheim veranschaulicht Qualität, macht Teamleistungen transparent und prämiert Erfolge.

Sebastian Schiegl hielt ein Kondom in der Hand: »Stellen Sie sich vor, Sie würden statt Leiterplatten Kondome produzieren. Und nur eines hätte Qualitätsprobleme.« Der Schreck war den Mitarbeitern von Würth Elektronik (WE) Pforzheim anzusehen, erzählt der Geschäftsführer der Agentur für Change Management & Design, Schiegl GmbH. So sollte es sein, denn: »Qualität beginnt nicht an der Maschine, sondern im Kopf jedes einzelnen Mitarbeiters«, ist Jörg Murawski überzeugt. Der WE-Geschäftsführer setzt konsequent auf die Eigenverantwortung seiner Mitarbeiter. Mit Schwierigkeiten konfrontiert, überlegen sie, was zu tun ist, und lösen das Problem selbsttätig und zuverlässig, so seine Erwartung.

WE Pforzheim wollte zu Beginn 2005 seine Wettbewerbsfähigkeit steigern und die Kostensituation verbessern. Die Konkurrenz in der Leiterplattenbranche ist groß, die Qualitätsanforderungen sind besonders hoch. Mit der Qualitätsoffensive Qool – Qualität ist cool – senkte der baden-württembergische Standort den Ausschuss noch im Laufe des ersten Jahres auf Rekordwerte. Ursprünglich war das Projekt auf ein halbes Jahr angelegt. Doch um die Ergebnisse langfristig zu sichern, überführte WE zusammen mit der Schiegl GmbH den Prozess in ein kontinuierliches Management- und Produktionssystem. Methodisch ist es mit dem Toyota-Prinzip vergleichbar, orientiert sich inhaltlich jedoch genau an den Bedürfnissen der Würth Elektronik Pforzheim.